Als Bürgervereinigung Rodenkirchen unterstützen wir den Wunsch der Anlieger im Sürther Feld: Die Bewohnerinnen und Bewohner fordern die Aufhebung des Durchfahrtsverbots Sürther Feldallee. Wir fordern die sofortige Aufhebung des Durchfahrtsverbots Sürther Feldallee. Das heißt, keine Sperrungen und vor allem keine versenkte Busschleuse.
Zudem wünschen Bewohner, dass Durchgangsverkehr ohne Anliegen vermieden wird. Allerdings müssen jetzt die Bewohnerinnen und Bewohner einen Umweg über die vielbefahrene Sürther Straße nehmen und tragen so ungewollt selbst zu mehr Durchgangsverkehr und Rückstaus an den Schulen bei. Denn sie dürfen nur den einzigen offiziellen Weg durch die Eygelshovener Straße nutzen, weil die Durchfahrt Am Feldrain in die Sürther Feldallee für PKW gesperrt ist. Die Sicherheit der Schulkinder und des Fahrradverkehrs auf der Sürther Straße sollte nach unserer Ansicht einen hohen Stellenwert haben. Denn hier fahren bereits jetzt sehr viele mit dem Rad zur Gesamtschule und es werden immer mehr. Nach den Sommerferien 2022 dürften es morgens bis zu 3000 Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern sein, die die Sürther Straße nutzen. Denn dann eröffnen auf dem Sürther Feld die Ernst-Moritz-Arndt-Schule (EMA) und die Offene Schule Köln (OSK) ihren Schulbetrieb. Anders gefragt: Welchen Sinn macht es, Bewohner des Sürther Felds, die motorisiert zur Arbeit fahren müssen Richtung Autobahn, durch das Nadelöhr Eygelshovener Straße auf die völlig überlastete Sürther Straße zu leiten? Dort belasten sie zusätzlich den Schul-Stoßverkehr und gefährden unter Umständen Radfahrerende und Fußgänger.
Eine Busschleuse auf dem Sürther Feld wird von vielen Anwohnern nicht gewünscht.
Derzeit erhitzt die Gemüter zudem ein Antrag der Bezirksvertretung Rodenkirchen an die Stadt Köln: Eine „Busschleuse“ mit hohen Bodenwellen und Pollern soll in der Sürther Feldallee gebaut werden. Eine solche Busschleuse würde jedoch das Durchfahrtsverbot Sürther Feldallee in Stein meißeln, die Sürther Straße zusätzlich mit PKW-Verkehr belasten und zudem das Wohngebiet durch eine Sackgassen voneinander trennen. Daher zeigen sich die Feld-Bewohner enttäuscht, dass ihr Antrag vom 17.3.2021 an die Bezirksrvertretung Rodenkirchen – gestützt durch eine Befragung der dort Wohnenden – überhaupt nicht berücksichtigt werden soll. Denn eine überwältigende Mehrheit von 95 Prozent hatte sich gegen eine Sperrung der Sürther Feldallee ausgesprochen. Der Express Köln schrieb am 12.2.22 zu dem Thema einen Artikel. Am 14. März 2022 wird nun ein zweiter Bürgerdialog der Bezirksvertretung Rodenkirchen zum Thema „Sürther Feld- Verkehrsthemen“ stattfinden.
Gefährlich: Der vielbefahrene Fahrradweg zwischen Gersamtschule und Weiß kreuzt die derzeit für PKW gesperrte Sürther Feldallee.
Neben dem Thema Verkehr ist die teilweise fehlende Infrastruktur, die an der Eygelshovener Straße geplant ist, eine weitere Problematik, die dringend gelöst werden muss. Weiter unten lesen Sie unsere Stellungnahme und unsere weiteren Anregungen (Stand 2021) zum Sürther Feld.
Ab Zitonenfalterstraße ist die Sürther Feldallee Richtung Süden auch gesperrt, jedoch ist der Wohnkomplex im Hintergrund schon bezogen.
Anregungen und Vorschläge zum Sürther Feld (Stand 2021)
Diese neun Punkte sind im Sürther Feld geplant. Foto: Stadt Köln
Unser Wunsch ist der Einsatz von Elektrobussen so schnell wie möglich, wie es die KVB zugesagt hat.
Wir fordern die freie Nutzung der Eygelshovener Str. und der Sürther Feldallee mit angemessenen Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Am Feldrain: Wir fordern einen Fahrradweg auf beiden Seiten der Straße.
Ausfahrt Sürther Feldallee Richtung am Feldrain: Die Situation ist derzeit sehr unübersichtlich. Ein Kreisverkehr wäre sinnvoll, aber es ist noch nicht gewiss, ob Platz dafür da sein wird, weil noch nicht absehbar ist, wann und ob die noch im Privatbesitz befindlichen Grundstücke der Stadt gehören werden. Ein großer Kreisverkehr mit separatem Radweg wäre hier sehr sinnvoll.
Die beiden Punkte „5“ auf der Skizze: Hier soll eine Einfahrt und eine Ausfahrt hinter den Schulen gebaut werden, wobei Einzelheiten noch nicht bekannt sind. Die Überlegungen sind noch nicht präzisiert. Hierbei geht es auch um die notwendige Schulwegsicherung.
Wir fordern Tempo 30 für die Sürther Feldallee, s.o.
Querungsstelle auf der Sürther Feldallee/Feldweg (Markierung 8): Hier ist ein stark frequentierter Schulweg. Daher muss eine gute Überquerungsmöglichkeit für Schüler geschaffen werden. Weiter fordern wir eine Erweiterung des Fahrradweges (zwischen der Hammerschmidtstraße bis zur Gesamtschule) oder einen zweiten parallel gelegenen Radweg bis zur Gesamtschule. Die Nutzung ist durch Fußgänger und Radfahrer massiv gestiegen und wird sich nach Fertigstellung der EMA und OSK noch entsprechend vergrößern. Beide Verkehre sind auf eigenen Wegen zu führen, um Unfälle zu vermeiden.
Sürther Straße/Einmündung Eygelshovener Str. Die Markierung an dieser Kreuzung stimmt nicht mehr und ist irreführend. Dort wäre ein Kreisverkehr sinnvoll, den wir fordern und auch für die Radfahrer eine eigene Spur.
Kreuzung an der Aral-Tankstelle: Hier fordern wir einen leistungsfähigen Kreisel mit Berücksichtigung der Radfahrer. Die Kreuzung ist dringend verbesserungsbedürftig, verkehrsunsicher und führt zu Staus.
Eygelshovener Str.: Dort ist Tempo 30 vorgeschrieben. Es fehlt jedoch teilweise die Mittellinie. Weitere Forderungen sind entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung der Geschwindigkeiten einzuführen, aber auf keinen Fall Schwellen o.ä.
Die Rettungswache der Berufsfeuerwehr Köln und das Gerätehauses der FFW Löschgruppe Rodenkirchen sind schnellstmöglich zu realisieren.
Zu 8.: Gemäß dieser Straßenmarkierung besteht auf der Sürther Straße in Rodenkirchen ein Verbot zum Abbiegen in die Eygelshovener Straße zum Sürther Feld.
Eygelshovener Straße mit Interimsschulgebäude der Gesamtschule Rodenkirchen ohne Straßenmarkierungen.
Sürther Feldhallee mit Bushaltestelle Richtung Rodenkirchen
Auf dem Sürther Feld schreitet der neue Bauabschnitt voran.
Sie sind Neubürger*in auf dem Sürther Feld? Für Sie haben wird ein ein kurzes Video erstellt über die Arbeit der Bürgervereinigung Rodenkirchen. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit unterstützen und wenn wir Ihnen bei Ihren Anliegen helfen können. Sprechen Sie uns an oder werden Mitglied bei uns.
Überaus gut besucht und spannend war der Bürgertreff Landtagswahl NRW der Bürgervereinigung Rodenkirchen am 7. April 2022. Berit Blümel (SPD), Eileen Woestmann (Grüne) Oliver Kehrl (CDU) und Lorenz Deutsch (FDP) standen als Direktkandidaten dem Publikum Rede und Antwort. Ilka Eßmüller (RTL-Nachtjournal) moderierte souverän den Abend und sorgte geschickt dafür, dass die befragten Gäste keine Monologe hielten.
Los ging es mit dem brandaktuellen Thema „Mallorca-Affäre“, den Rücktritt der Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Tenor war, dass der Rücktritt nötig war. Vielleicht hätte er schon früher erfolgen müssen. Top-Thema des Abends zur Landtagswahl NRW war die große Unzufriedenheit mit der Schulsituation: Wann sind Traumschulen in Sicht? Wann werden Schulen zu den schönsten Orten des Landes? Weit über eine Stunde diskutierten die Gäste über Schulen und Bildung. Denn bekanntlich sind viele Schulen marode. Die Schulneubauten lassen auf sich warten. In der Vergangenheit wurde in Köln mit falschen (zu geringen) Schülerzahlen geplant. Das Bau-Management beim Schulbau durch die öffentliche Hand ist und war nicht immer optimal. Auch ein Grund dafür, warum es zu wenig Schulplätze an Gymnasien und Gesamtschulen besonders in Köln gibt.
Lichtblicke zeichnen sich aber durch erfolgreiche Public-Private-Partnership-Projekte (PPP) beim Neubau von Schulen an. Diese Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privater Wirtschaft mit Generalbauunternehmen führt in der Regel zu zügigen Schulneubauten. Aber die Stadt Köln hat ein großes Problem: Sie hat zu wenig Grundstücke. Die Landtagsparteien hatten zwar eine Reihe von Vorschlägen zur Verbesserung der Schulsituation, auch zur Digitalisierung an Schulen. Aber es ist zu befürchten, dass wir auch in den nächsten Jahren in NRW noch weit entfernt von Traumschulen bleiben.
Als weitere Themen wurden u.a. Infrastruktur und die maroden Fahrradwege und Hubbelstrecken entlang der Landstraßen z.B. an der Industriestraße, am Militärring angesprochen. Das Rad zählt zu den klimafreundlichsten Fortbewegungsmitteln, darüber waren sich alle einig, auch wenn nicht alle Menschen nur das Rad nutzen können. Nur Schilder aufstellen, dass ein Radweg kaputt ist, kann es nicht sein! Die Podiumsteilnehmenden versprachen, aktiv auf StraßenNRW zuzugehen, um Abhilfe zu schaffen.
Die Energiepolitik war ein weiteres Thema des Abends. Wie können Solar- und Windenenergie besser bei privaten und öffentlichen Gebäuden gefördert werden, ohne gleich ein Windrad in den eigenen Garten zu stellen? Fazit des Abends: Die künftige Landesregierung wird viel zu tun haben und wird aber auch die verschlechterte Finanzlage berücksichtigen müssen. Geld ist nicht unendlich da, bedingt durch die großen Ausgaben bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie und durch die Folgen des Ukraine-Kriegs.
Zoom-Austausch der Bürgervereinigung Rodenkirchen mit Fachleuten aus der Flüchtlingshilfe am 28. März
Was beschäftigt Gastgebende, wenn sie Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen? Der Zoom-Austausch der Bürgervereinigung Rodenkirchen mit Fachleuten aus der Flüchtlingshilfe am 28. März bot mit rund 30 Teilnehmenden eine gute Plattform, Antworten und Ratschläge für die private Unterbringung von Geflüchteten zu hören und mögliche Probleme zu erkennen. Hinzu kam, dass mindestens sechs Teilnehmende bereits Familien mit Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine aufgenommen haben, so dass sie viele persönliche Erfahrungen einbrachten.
Aus der Jugendhilfe der Stadt Köln sprach die Leiterin des Jugendzentrums Meschenich, Azbiye Kokol. Von der Willkommensinitiative im Rheinbogen WiSü e.V. standen aus dem Vorstand Monika Wilke und Dr. Ellen Behnke (Psychologische Psychotherapeutin) sowie Peter Hallberg mit Rat und Tat zur Verfügung.
Azbiye Kokol berichtete über die verschiedenen Möglichkeiten bei der Vermittlung von Unterkünften, aber auch über die teils komplizierten Anmeldeverfahren bei den städtischen Behörden wie z.B. beim Sozialamt, Bürgeramt, Ausländerbehörde. Ihr persönlicher Rat: Gastgeber und Gäste sollten vorab versuchen zu prüfen, ob das neue Miteinander ins familiäre Gefüge passt und sich nicht scheuen, fachlichen Rat einzuholen.
Alle Fachleute aus der Flüchtlingshilfe waren sich einig, dass man vor der Aufnahme der Gäste selbstkritisch hinterfragen soll, wie viel Zeit, positive Energie, Empathie und persönliche Ressourcen man selbst aufbringen kann. Denn sonst kommt es auf beiden Seiten ungewollt zu Enttäuschung.
Zuhören und Empathtie zeigen: Wichtig für Geflüchtete
Peter Hallberg, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, der sich ehrenamtlich für WiSü engagiert, wie darauf hin, dass leider viele Geflüchtete traumatisiert sind durch ihre Kriegserlebnisse in der Ukraine. Wichtig sei für die betreuenden Personen, dass sie versuchen, „die Menschen aus dem tiefen Tal herauszuholen“. Dazu muss keiner Psychologie studiert haben. Oft reicht es, einfach zuhören zu können, Mitgefühl zu zeigen, positive Verbindung aufzubauen und etwas Ablenkung anzubieten. Man sollte versuchen, Ruhe zu vermitteln und den anderen reden lassen. „Nicht jedes Trauma kann und muss behandelt werden“, sagte Hallberg. Wenn jedoch bestimmte Symptome auftauchen wie z.B. Ruhelosigkeit, Rückzug, Angstzustände sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.
Bei der Unterbringung von Geflüchteten oder anderen Hilfegesuchen ergeben sich immer öfter und sehr erfolgreich informelle Weg über die Social Media oder das Telefon, frei nach dem Motto „Wer kann wobei helfen?“, berichtet Wolfgang Behrendt, der ebenfalls eine geflüchtete Familie privat aufgenommen hat.
Für persönliche Fragen und Hilfen stehen Dr. Ellen Behnke, Monika Wilke und Peter Hallberg zur Verfügung. Kontakt https://wisue.de/ oder jeden Freitag „Offener Treff“ von 15 bis 17 Uhr im BürgerTreff X, Eygelshovenerstr.33, 50999 Köln
Azbiye Kokol: https://www.jugz-meschenich.de/
Im Video-Neujahrsempfang 2022 berichtet Wolfgang Behrendt, 1. Vorsitzender der Bürgervereinigung Rodenkirchen, zuerst über die aktuellen Tätigkeiten des Vereins. Er stellt die einzelnen Vorstandsmitglieder mit ihren Aufgaben vor.
Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln richtet ihr Grußwort an die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk Rodenkirchen Video-Neujahrsempfang. 2022.
Im Video ist auch das Dreigestirn 2021 mit zu Gast.
Musikalisch passend zur karnevalistischen 5. Jahreszeit wird der Video-Neujahrsempfang 2022 eingerahmt von einem virtuosen Tango-Stück von „Violoncello à deux“. Es spielen die Cellistinnen Uta Schlichtig und Birgit Heinemann aus dem Kölner Süden „La Cumparsita“ (auf Spanisch „kleiner Straßenumzug“).
Ursprünglich hatte die Bürgervereinigung Rodenkirchen geplant, ihren traditionellen Neujahrsempfang mit dem Vorstand und einzelnen Gastredenden in YouTube als Livestream zu übertragen. „Auf den persönlichen Austausch und die interessanten Gespräche mit unseren Gästen nun zum zweiten Mal verzichten zu müssen, macht es uns daher doppelt schwer. Aber angesichts der notwendigen Kontaktbeschränkungen mussten wir auf die ursprünglich geplante Live-Übertragung im kleinen Kreis verzichten und auf das Medium Video ausweichen“, sagt Behrendt. Der Vorstand der Bürgervereinigung Rodenkirchen hofft, dass sich die Corona-Pandemie-Lage bald bessert und wird dann zu einem sommerlichen Empfang einladen.
Die Bügervereinigung Rodenkirchen wünscht viel Zuversicht in diesen schwierigen Zeiten, gute Gesundheit und ein glückliches 2022.
Dieses Jahr werden 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert. Die Bürgervereinigung Rodenkirchen beteiligt sich mit einer musikalischen Veranstaltung an diesem Festjahr.
Am 17. November erlebten 41 Gäste der Bürgervereinigung Rodenkirchen einen fesselnden Liederabend im Ruderverein. Max Erben, sang auf dem unterhaltsamen Abend jiddische Lieder mit Gitarrenbegleitung. Vor jedem Lied gab er eine kurze Zusammenfassung der Handlung mit geschichtlichem Hintergrund. Und die Gäste konnten so fast alles verstehen! In lockerer Folge wechseln sich Lieder mit witzigen und liebenswerten auf Jiddisch vorgetragenen lustigen Anekdoten ab. Es ging um Liebe, Hochzeiten und Trauer, Freude, Traditionen und um den Alltag in den Städten Osteuropas im 19. Jahrhundert. Viele Lieder thematisierten die bittere Armut und Hoffnungslosigkeit dieser Zeiten. Wie auch das Lied im Video „Die grüne Cousine“.
„Di grine Kusine“ handelt von einer jüdischen Einwanderin, die als fröhliche junge Frau nach New York kommt und am Elend zerbricht. Denn die „Goldene Medine“, das goldene Land, war der Traum von über 2 Millionen jüdischen Immigranten aus Osteuropa, die, getrieben von Armut, Unterdrückung und Pogromen im zaristischen Russland, zwischen 1880 und 1924 in die USA kamen. Die „Grinen“, eine Bezeichnung für die Neueinwanderer (Green Horns) mussten oft feststellen, dass das Leben in New York unter erbärmlichen Wohn- und Arbeitsverhältnissen auch nicht besser war. Sie waren vom Regen in die Traufe gekommen waren. Ein kurzes Video sehen Sie hier:
Wir danken Max Erben für den wunderbaren Abend und unserem Gastronomen, Achim Feige, der leckere Gerichte aus der jüdischen Küche anbot. Die Bürgervereinigung möchte mit diesem Liederabend einen Beitrag zum diesjährigen Festjahr „1700 Jahre Jüdische Leben“ leisten.
Informationen über „1700 Jahre Jüdisches Leben“ gibt es auf https://2021jlid.de/ und und im offiziellen Kalender, wo unserer Programm für das Festjahres #2021JLID augenommen wurde.
Über Max Erben
Max Erben dürfte vielen in Rodenkirchen bekannt sein. Denn er war über Jahrzehnte Deutsch- und Französischlehrer am Gymnasium Rodenkirchen.
Max Erben wurde 1942 in Metz, Frankreich, geboren, machte in Deutschland Abitur und studierte in Köln Germanistik und Romanistik. Bereits seit den 1970er Jahren tritt Max Erben als Musiker auf. Zunächst mit französischer Folklore, später beschäftigte er sich intensiv mit der musikalischen Liedtradition des osteuropäischen Judentums. Hinzu kommt seine Aktivität als Rezitator. Erben hatte zahlreiche Auftritte in Deutschland, Belgien und Israel. Er ist Mitglied der Kölner Gruppe Liederschlag, bekannt durch ihr Musikkabarett. Auch mit dieser Gruppe hat Max Erben mehrere CDs aufgenommen. https://max-erben.jimdofree.com/
Exkurs in die jiddische Sprache – Geschrieben wird nur in hebräischen Buchstaben!
Wer Jiddisch hört, denkt im ersten Moment, es sei ein Dialekt aus dem Schwäbischen, aus Bayern oder Österreich. Denn viele süddeutsche Dialekte bilden Verkleinerungsform nicht auf „-chen“ – sie sagen nicht „Städtchen“, sondern eben „Städtle“ analog zum im Jiddischen „Städtl“ oder „Schtetl“. Aber Jiddisch ist keinesfalls ein Dialekt!
Das heutige Deutsch und das Jiddische wurzeln nämlich in einem gemeinsamen sprachlichen Erbe, dem Mittelhochdeutsch. Das vor dem zweiten Weltkrieg von mehr als 10 bis 13 Millionen gesprochene Jiddisch ist nichts anderes als das „Teutsch“ der seit dem 13. Jahrhundert nach Osteuropa vertriebenen Jüdinnen und Juden. Natürlich durchlief das Jiddisch in fremder Umgebung eine eigene Weiterentwicklung.
Beachtenswert ist, dass im Jiddischen das Gerüst der Sätze immer auf Deutsch gebildet wird, sinntragende Wörter aber oft aus dem Hebräischen oder aus osteuropäischen und slawischen Sprachen stammen. Jiddisch schreibt man immer mit hebräischen Buchstaben, nicht mit lateinischen.
Jiddisch – eine Sprache ohne Land
Jiddisch – das erst seit dem 20. Jahrhundert überhaupt so bezeichnet wird – war die Alltagssprache der Juden in den Städtl Osteuropas. Wenn heute von Jiddisch die Rede ist, ist fast immer Ostjiddisch gemeint. Denn Westjiddisch wird so gut wie nicht mehr gesprochen.
Im 19. Jahrhundert bildete sich sogar eine bedeutende Literatur heraus. Heute, nach der fast vollständigen Vernichtung des Judentums gerade in Osteuropa, stellt sich die Frage, ob diese Sprache die nächsten Jahrzehnte überleben wird. Fachleute schätzen, dass nur noch etwa 1,5 Millionen Menschen, vor allem ultraorthodoxe in den USA, Amsterdam oder wenige in Jerusalem überhaupt noch Jiddisch als (Mutter)sprache sprechen.
Hoffnung für die jiddische Sprache?
Allerdings werden nach wie vor zahlreiche jiddische Worte oder Ausdrücke im heutigen Deutsch genutzt. Mischpoke, Maloche, Schmusen, Schlamassel, Knast oder an der Börse zocken: Die deutsche Sprache wartet mit vielen Wörtern auf, die aus dem Jiddischen stammen. Aktuell und gar in der Jugendsprache sehr gebräuchlich: „Zicken Zoff“ oder „Handy abzocken“. Jiddische Wortwendung gibt es sogar im Berliner Jargon. „Du kleene Dilljurke“ – wer sich von diesem Kompliment geschmeichelt fühlt, kommt vielleicht aus Berlin. Eingelegte Salz-Dillgurken sind typisch für die jüdische Küche. Warum man sich in Berlin aber geschmeichelt fühlen soll als „kleine Dillgurke“, das können uns am Abend vielleicht in Berlin geborene erklären.
Aufschwung für Jiddisch? Jinglish und das neue Jiddisch-Corona-Wörterbuch
Slang in TV-Serien und liebenswerte, manchmal auch ironische Redewendung, ja sogar die Corona-Pandemie scheinen neues Leben in die jiddische Sprache zu bringen. Das sogenannte „Jinglish“, das in der amerikanischen und englischen Umgangssprache Worte miteinander vermischt wie „Bagel“ oder „Mish-Mash“ ist uns durchaus geläufig. Jüngst hat beispielsweise die Netflix-Erfolgsserie „Unorthodox“ dem Jiddischen und dem „Jinglish“ neuen Aufschwung verschafft.
Wie lebendig die jiddische Sprache ist, beweist die Veröffentlichung eines Jiddisch-Wörterbuchs für die Corona-Krise. Dort erscheinen Ausdrücke wie „Die Farschparung“ (Die Ausgangssperre), „opgesundert“ (isoliert) und „Oisplatschikn die Krume“ (Die Kurve abflachen). Das berichtet Thomas Meyer, Schweizer Schriftsteller, im Mai 2020.
Dieter Maretzky, der seit 1981 als im Vereinsregister eingetragener 1. Vorsitzender die Bürgervereinigung Rodenkirchen geführt und geprägt hat, und das langjährige Vorstandsmitglied Jürgen Müller, der bis 2017 das Amt des 2. Vorsitzenden inne hatte, wurden verabschiedet. Die Feier fand im Rahmen der Mitgliederversammlung am 15. September 2021 im Kölner Ruderverein von 1877 statt. Insgesamt waren 83 Personen gekommen zu diesem besonderen Anlass.
Nach dem Bericht des Vorstands über seine Arbeit im Jahr 2020 ging es über zum feierlichen Teil. Dazu war als Ehrengast Oberbürgermeisterin Henriette Reker gekommen. Sie würdigte in ihrer Rede das Lebenswerk von Dieter Maretzky – die Bürgervereinigung Rodenkirchen – und übermittelte beiden ehrenamtlich Aktiven ihren großen Dank für ihren jahrzehntelangen, engagierten Einsatz. „Kein Oberbürgermeister kann da zeitlich mithalten“, gab Henriette Reker zu. Gewiss sei es Dieter Maretzky nach einer so langen Zeit nicht leicht gefallen, sein Amt abzugeben.
Die Oberbürgermeisterin lobte die vielen wichtigen Ergebnisse, welche die Bürgervereinigung Rodenkirchen in der über 40jährigen Schaffenszeit von Dieter Maretzky erreichen konnte. Große Empathie, Fairness und Respekt im Umgang mit Menschen, die vielleicht nicht der gleichen Meinung seien, zeichneten Dieter Maretzky besonders aus, sagte die Oberbürgermeisterin.
Sichtlich erfreut zeigte sich Dieter Maretzky (74) über den Besuch der Oberbürgermeisterin. Seine Vorstandskollegen hatten ihm zuvor nichts über den Ehrengast Henriette Reker verraten. In seinen Dankesworten betonte Dieter Maretzky, dass es ihm nicht leicht falle, nach so einer langen Zeit den 1. Vorsitz der Bürgervereinigung Rodenkirchen abzugeben. „Aber über 40 Jahre sind genug, und nun muss sich der Vorstand neu orientieren“, sagte Maretzky. „Miteinander reden und nicht übereinander“ war immer sein Credo gewesen. Diesen Leitsatz gab Maretzky dem Vorstand, dem neu gewählten 1. Vorsitzenden Wolfgang Behrendt und der neuen 2. Vorsitzenden Beatrix Polgar-Stüwe mit auf den Weg.
Jürgen Müller mit Bezirskbürgermeister Manfred Giesen
Zum Abschied übergaben die Vorstandskollegen Dieter Maretzky und Jürgen Müller ihre Andenken und dankten den beiden für ihr unermüdliches Engagement. Jürgen Müller (77), der auf insgesamt 20 Jahre Vorstandsarbeit zurückblickt, trat 2001 in den Vorstand ein. Von 2007 bis 2017 war der Diplom-Ingenieur für Maschinenbau gewählter 2. Vorsitzender. Danach übernahm er im Vorstand die Position als Beisitzender.
Bereits im Jahr 1975 trat Dieter Maretzky, Diplom-Bibliothekar, in den Vorstand der Bürgervereinigung Rodenkirchen ein und war zunächst sechs Jahre Geschäftsführer. Nach dem Tod des Vereinsgründers Rudolf Köhl hatte Dieter Maretzky zunächst den kommissarischen 1. Vorsitz inne. Nach seiner Wahl wurde Maretzky Ende Januar 1981 als 1. Vorsitzender ins Vereinsregister eingetragen.
So waren zahlreiche Weggefährten aus der Politik und aus Rodenkirchen zur Abschiedsfeier gekommen, unter anderem Landtagsabgeordneter Oliver Kehrl, der frühere Bezirksbürgermeister Mike Homann, Manfred Giesen als Bezirksbürgermeister Rodenkirchen, Vertreterinnen und Vertreter der Parteien aus dem Bezirk und aus dem Rat der Stadt Köln, Vereine wie Literamus und der Bürgerverein Köln-Bayenthal-Marienburg. Einige Teilnehmende hielten eine kurze Dankesrede und überreichten Geschenke.
Mike Homann,und Berit Blümel überreichten ein Apfelbaum.
Brigitte Klipper von Literamus hielt eine Dankesrede
Jürgen Müller und Karl-Heinz Daniel im Gespräch
Der alte Vorstand
Mitgliederversammlung 2021: Behrendt und Polgar-Stüwe zu Vorsitzenden gewählt
Vor der Verabschiedungsfeier berichtete Dieter Maretzky für den Vorstand über die Arbeit im Jahr 2020. Wolfgang Behrendt stellte in Vertretung der Schatzmeisterin Silvia Behrendt die Finanz- und Mitgliederentwicklung vor. Der Kassenprüfer Dr. Peter Wohlleben testierte in seinem Bericht die ordnungsgemäße Kassenprüfung. Der Vorstand wurde entlastet.
Dr. Peter Wohlleben Kassenprüfer
Schriftführerin Iris Ebel-Philippi
Wofgang Behrendt und Beatrix Polgar-Stüwe die neuen Vorsitzenden
Für die Restzeit der Wahlperiode bis 2022 wurden Wolfgang Behrendt als 1. Vorsitzender und Beatrix Polgar-Stüwe als 2. Vorsitzende gewählt. Schatzmeisterin Silvia Behrendt und die anderen Vorstandsmitglieder setzen ihre Tätigkeit bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2022 fort.
Mechthild Posth und Dr. Markus Sauer wurden als neue Beisitzende kooptiert.