Bürgervereinigung Rodenkirchen: Henriette Reker würdigt Dieter Maretzky – Neue 1. und 2. Vorsitzende gewählt

Bürgervereinigung Rodenkirchen: Henriette Reker würdigt Dieter Maretzky – Neue 1. und 2. Vorsitzende gewählt

Dieter Maretzky, der seit 1981 als im Vereinsregister eingetragener 1. Vorsitzender die Bürgervereinigung Rodenkirchen geführt und geprägt hat, und das langjährige Vorstandsmitglied Jürgen Müller, der bis 2017 das Amt des 2. Vorsitzenden inne hatte, wurden verabschiedet. Die Feier fand im Rahmen der Mitgliederversammlung am 15. September 2021 im Kölner Ruderverein von 1877 statt. Insgesamt waren 83 Personen gekommen zu diesem besonderen Anlass.

Mitgliederversammlung: Abschied Dieter Maretzy

Nach dem Bericht des Vorstands über seine Arbeit im Jahr 2020 ging es über zum feierlichen Teil. Dazu war als Ehrengast Oberbürgermeisterin Henriette Reker gekommen. Sie würdigte in ihrer Rede das Lebenswerk von Dieter Maretzky – die Bürgervereinigung Rodenkirchen – und übermittelte beiden ehrenamtlich Aktiven ihren großen Dank für ihren jahrzehntelangen, engagierten Einsatz. „Kein Oberbürgermeister kann da zeitlich mithalten“, gab Henriette Reker zu. Gewiss sei es Dieter Maretzky nach einer so langen Zeit nicht leicht gefallen, sein Amt abzugeben.

Die Oberbürgermeisterin lobte die vielen wichtigen Ergebnisse, welche die Bürgervereinigung Rodenkirchen in der über 40jährigen Schaffenszeit von Dieter Maretzky erreichen konnte. Große Empathie, Fairness und Respekt im Umgang mit Menschen, die vielleicht nicht der gleichen Meinung seien, zeichneten Dieter Maretzky besonders aus, sagte die Oberbürgermeisterin.

Sichtlich erfreut zeigte sich Dieter Maretzky (74) über den Besuch der Oberbürgermeisterin. Seine Vorstandskollegen hatten ihm zuvor nichts über den Ehrengast Henriette Reker verraten. In seinen Dankesworten betonte Dieter Maretzky, dass es ihm nicht leicht falle, nach so einer langen Zeit den 1. Vorsitz der Bürgervereinigung Rodenkirchen abzugeben. „Aber über 40 Jahre sind genug, und nun muss sich der Vorstand neu orientieren“, sagte Maretzky. „Miteinander reden und nicht übereinander“ war immer sein Credo gewesen. Diesen Leitsatz gab Maretzky dem Vorstand, dem neu gewählten 1. Vorsitzenden Wolfgang Behrendt und der neuen 2. Vorsitzenden Beatrix Polgar-Stüwe mit auf den Weg.

Jürgen Müller

Jürgen Müller mit Bezirskbürgermeister Manfred Giesen

Zum Abschied übergaben die Vorstandskollegen Dieter Maretzky und Jürgen Müller ihre Andenken und dankten den beiden für ihr unermüdliches Engagement. Jürgen Müller (77), der auf insgesamt 20 Jahre Vorstandsarbeit zurückblickt, trat 2001 in den Vorstand ein. Von 2007 bis 2017 war der Diplom-Ingenieur für Maschinenbau gewählter 2. Vorsitzender. Danach übernahm er im Vorstand die Position als Beisitzender.

Bereits im Jahr 1975 trat Dieter Maretzky, Diplom-Bibliothekar, in den Vorstand der Bürgervereinigung Rodenkirchen ein und war zunächst sechs Jahre Geschäftsführer. Nach dem Tod des Vereinsgründers Rudolf Köhl hatte Dieter Maretzky zunächst den kommissarischen 1. Vorsitz inne. Nach seiner Wahl wurde Maretzky Ende Januar 1981 als 1. Vorsitzender ins Vereinsregister eingetragen.

 

So waren zahlreiche Weggefährten aus der Politik und aus Rodenkirchen zur Abschiedsfeier gekommen, unter anderem Landtagsabgeordneter Oliver Kehrl, der frühere Bezirksbürgermeister Mike Homann, Manfred Giesen als Bezirksbürgermeister Rodenkirchen, Vertreterinnen und Vertreter der Parteien aus dem Bezirk und aus dem Rat der Stadt Köln, Vereine wie Literamus und der Bürgerverein Köln-Bayenthal-Marienburg. Einige Teilnehmende hielten eine kurze Dankesrede und überreichten Geschenke.

Mike Homann, Dieter Maretzky und Berit Blümel

Mike Homann,und Berit Blümel überreichten ein Apfelbaum.

Literamus

Brigitte Klipper von Literamus hielt eine Dankesrede

Jürgen Müller und Karl-Heinz Daniel

Jürgen Müller und Karl-Heinz Daniel im Gespräch

 

Der alte Vorstand

Der alte Vorstand

Mitgliederversammlung 2021: Behrendt und Polgar-Stüwe zu Vorsitzenden gewählt

Vor der Verabschiedungsfeier berichtete Dieter Maretzky für den Vorstand über die Arbeit im Jahr 2020. Wolfgang Behrendt stellte in Vertretung der Schatzmeisterin Silvia Behrendt die Finanz- und Mitgliederentwicklung vor. Der Kassenprüfer Dr. Peter Wohlleben testierte in seinem Bericht die ordnungsgemäße Kassenprüfung. Der Vorstand wurde entlastet.

Dr. Peter Wohlleben Kassenprüfer

Dr. Peter Wohlleben Kassenprüfer

 

 

Schriftführerin Iris Ebel-Philippi

Schriftführerin Iris Ebel-Philippi

 

 

 

 

 

 

 

Wofgang Behrendt und Beatrix Polgar-Stüwe die neuen Vorsitzenden

Wofgang Behrendt und Beatrix Polgar-Stüwe die neuen Vorsitzenden

Für die Restzeit der Wahlperiode bis 2022 wurden Wolfgang Behrendt als 1. Vorsitzender und Beatrix Polgar-Stüwe als 2. Vorsitzende gewählt. Schatzmeisterin Silvia Behrendt und die anderen Vorstandsmitglieder setzen ihre Tätigkeit bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2022 fort.

 

 

 

 

Mechthild Posth und Dr. Markus Sauer wurden als neue Beisitzende kooptiert.

Mechthild Post

Mechthild Posth

Dr. Markus Sauer

Dr. Markus Sauer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Nachlesen sind der präsentierte Jahresbericht 2020 und weitere Informationen über Dieter Maretzky, Jürgen Müller, Mechthild Posth und Dr. Markus Sauer. Ein Video über die Veranstaltung wird noch folgen.

In unserer Galerie und oben sehen Sie alle Fotos von Ulrike Fackert vom Ablauf des Abends. Copyright: Ulrike Fackert

Redaktion: Beatrix Polgar-Stüwe

Der geteilte Picasso: Führung im Museum Ludwig am 2. November 2021

Der geteilte Picasso: Führung im Museum Ludwig am 2. November 2021

Austellung "Der getielte Picasso" im Museum Ludwig Köln

Tuch der französischen Delegation der Weltjugendfestspiele in Ost-Berlin, nach einem Entwurf von Picasso, 1951, Stiftung Deutsches Historisches Museum, Berlin, © Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: bpk/Deutsches Historisches Museum/Sebastian Ahlers

Was verbinden wir mit Pablo Picasso? Welche Unterschiede gab es in Ost und West? Um diese Fragen geht es in der Ausstellung „Der geteilte Picasso“ im Museum Ludwig. Zu einer Führung lädt die Bürgervereinigung Rodenkirchen am Dienstag, 2. November 21 um 14.15 Uhr ein. Mareike Fänger führt die Gruppe durch die Picasso-Ausstellung im Museum Ludwig.

Anmeldung

Was haben die Deutschen der Nachkriegszeit mit Picasso und seinen Werken verbunden, als sein Ruhm auf dem Höhepunkt war. Das ist eines der Hauptthemen dieser Ausstellung. Nicht nur um den Künstler geht es hier, sondern um sein Publikum, das sich im Westen und im Osten Picassos Kunst denkbar verschieden zurechtlegte.

Um was geht es in der Ausstelllung “Der geteilte Picasso”?

Die Ausstellung zeigt daher zahlreiche politische Werke aus dem Pariser Musée Picasso. Daneben erleben die Gäste unserer Führung weitere 150 Exponate. So sind es Ausstellungsansichten, Plakate und Kataloge, Presseberichte, Briefe, Akten, Filme und Fernsehberichte. Außerdem sehen die Gäste einen Theatervorhang aus dem Berliner Ensemble, auf den Bertolt Brecht „die streitbare Friedenstaube meines Bruders Picasso“ malen ließ.

Ausstellung Picasso Museum Luwdig

Installationsansicht Der geteilte Picasso. Der Künstler und sein Bild in der BRD und DDR, Museum Ludwig, Köln 2021 © Succession Picasso /VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf

Picasso eignete sich als Projektionsfigur in verschiedenen Systemen und beiden deutschen Staaten. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs, unterstützte Befreiungskämpfe und Friedenskongresse. Aber er lebte im Westen und ließ es zu, dass die bürgerliche Kritik ihn zum unpolitischen Genie, zum „Geheimnis Picasso“ stilisierte. Welche Werke wurden im Sozialismus, welche im Kapitalismus gezeigt? Wie wurde Picasso vermittelt? Sah der Westen eher die Kunst, der Osten die Politik? Was sah der Künstler selbst? Der geteilte Picasso untersucht das Bild, das sich hüben und drüben aus Picassos Bildern machen ließ.

Treffpunkt um 14 Uhr an der Museumskasse Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln.

Kosten: Mitglieder: 5 Euro, Nicht-Mitglieder: 10 Euro. Eintritt: 13 Euro, maximal 15 Personen.

 

 

Führung und Ausstellung Historisches Archiv Köln am 16. November 2021

Führung und Ausstellung Historisches Archiv Köln am 16. November 2021

Neubau Historisches Archiv Köln

Neubau Historisches Archiv und Rheinisches Bildarchiv Köln,
Foto: RBA/Michael Albers, Entwurf: Waechter+Waechter Architekten BDA

Vor 12 Jahren ist das Historische Archiv in der Severinstraße in Köln eingestürzt. Nach viereinhalb Jahren Bauzeit wurde nun der Neubau des Archivgebäudes in der Südstadt fertiggestellt. Kürzlich fand im Rahmen eines Festaktes die Eröffnung statt. Die Bürgervereinigung Rodenkirchen konnte für Dienstag, 16. November 2021 zwei gleichzeitig laufende Führungen durch das Archiv und die Ausstellung „Vergiss es! Nicht. Vom Erinnern und Vergessen werden“ vereinbaren. Die Besichtigungen für beide Gruppen starten um 15 Uhr und enden um 17 Uhr. Es können insgesamt 40 Personen teilnehmen.

Anmeldung 16.11.21

Im neuen Stadtarchiv am Eifelwall haben das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv ein neues gemeinsames Zuhause gefunden. Im Neubau entstanden nun 8.800 Quadratmeter Raum mit mehr als 50 Regalkilometern zur sicheren Unterbringung von Kölns Archivalien und Bildschätzen. Zu finden sind nun hier mehr als 150 hochfunktionale Arbeitsplätze für die Mitarbeitenden der beiden Archive. Im Lesesaal stehen 45 Plätze für die Arbeit mit Archivgut der beiden Nutzerarchive zur Verfügung.

Treffpunkt: 14.45 Uhr Historisches Archiv, Haupteingang Luxemburger Straße, Eifelwall 5, 50674 Köln, (Haltestelle Linie 18 Eifelwall/Stadtarchiv), kostenlos, ggf. Spende.

Es gelten die 3G-Regeln (Zugang nur für geimpfte, genesene oder getestete Personen), die vor Beginn der Führungen überprüft werden.

Weitere Informationen auf https://www.stadt-koeln.de/artikel/04427/index.html

1700 Jahre jüdisches Leben – Max Erben singt jiddische Lieder am 17. November in Rodenkirchen

1700 Jahre jüdisches Leben – Max Erben singt jiddische Lieder am 17. November in Rodenkirchen

Am 17.11.201 sindgt Max Erben jiddische Lieder zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben

Max Erben singt jiddische Lieder

Dieses Jahr werden 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert. Die Bürgervereinigung Rodenkirchen beteiligt sich mit einer musikalischen Veranstaltung an diesem Festjahr. Am 17. November 2021 um 18.30 Uhr singt Max Erben in einem unterhaltsamen Abend jiddische Lieder mit Gitarrenbegleitung. Mit seinem Programm „Amól is gewesen“ [Einmal ist gewesen] knüpft Max Erben an die Tradition des jiddischen Kabaretts an. Und das mit viel Charme und Esprit. In lockerer Folge wechseln sich Lieder mit witzigen und liebenswerten auf Jiddisch vorgetragenen Anekdoten ab. Die Gäste werden erstaunt feststellen, dass sie fast alles verstehen! Sie hören über Geschichten aus osteuropäischen „Städtl“, in denen Heiratsvermittler, Handwerker, ein verliebtes „Maidlech“ und ein Student mit Schläfenlocken eine Rolle spielen. Sie dürfen herzlich lachen über die sympathische Naivität der zu ehrgeizigen Eltern, die in ihrem Geige spielenden „Jüngelech“ gleich einen Virtuosen sehen.

Die Bürgervereinigung Rodenkirchen möchte mit diesem musikalischen Abend einen Beitrag leisten zum Ziel des Festjahres, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen, auch dem wachsenden Antisemitismus entgegenwirken. Aber gleichzeitig soll das Verbindende und Vertraute erkennbar sein. Denn im jiddischen Liedergut, der Sprache und Kultur sind durchaus viele Berührungspunkte.

Die Veranstaltung findet statt im Mittwoch, 17. November 2021 um 18.30 Uhr im Kölner Ruderverein von 1877 e.V. (Barbarastr. 47-49, 50996 Köln-Rodenkirchen). Einlass ab 18 Uhr. Dann können Gäste Speisen und Getränke bestellen. Auf der Speisekarte bietet der Koch einige Gerichte aus der jüdischen Küche an. Ob es Latkes (Kartoffelpuffer) mit Lachs, Kürbissuppe, Schnitzel vom Huhn oder Kalb, gar ein „Gefillte Fisch“ (Zander) sein werden? Das bleibt eine Überraschung und der Küche überlassen.

Anmeldung 17.11.

Es gelten die dann gültigen Corona-Schutzmaßnahmen (derzeit 3G, medizinische Masken und AHA-Regeln). Änderungen vorbehalten. Der G-Status wird beim Einlass kontrolliert. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung erforderlich.

Informationen über „1700 Jahre Jüdisches Leben“ gibt es auf  https://2021jlid.de/.

Über Max Erben

Max Erben dürfte vielen in Rodenkirchen bekannt sein. Denn er war über Jahrzehnte Deutsch- und Französischlehrer am Gymnasium Rodenkirchen.

Max Erben wurde 1942 in Metz, Frankreich, geboren, machte in Deutschland Abitur und studierte in Köln Germanistik und Romanistik. Bereits seit den 1970er Jahren tritt Max Erben als Musiker auf. Zunächst mit französischer Folklore, später beschäftigte er sich intensiv mit der musikalischen Liedtradition des osteuropäischen Judentums. Hinzu kommt seine Aktivität als Rezitator. Erben hatte zahlreiche Auftritte in Deutschland, Belgien und Israel. Er ist Mitglied der Kölner Gruppe Liederschlag, bekannt durch ihr Musikkabarett. Auch mit dieser Gruppe hat Max Erben mehrere CDs aufgenommen. https://max-erben.jimdofree.com/

Exkurs in die jiddische Sprache – Geschrieben wird nur in hebräischen Buchstaben!

Wer Jiddisch hört, denkt im ersten Moment, es sei ein Dialekt aus dem Schwäbischen, aus Bayern oder Österreich. Denn viele süddeutsche Dialekte bilden Verkleinerungsform nicht auf „-chen“ – sie sagen nicht „Städtchen“, sondern eben „Städtle“ analog zum im Jiddischen „Städtl“ oder „Schtetl“. Aber Jiddisch ist keinesfalls ein Dialekt!

Das heutige Deutsch und das Jiddische wurzeln nämlich in einem gemeinsamen sprachlichen Erbe, dem Mittelhochdeutsch. Das vor dem zweiten Weltkrieg von mehr als 10 bis 13 Millionen gesprochene Jiddisch ist nichts anderes als das „Teutsch“ der seit dem 13. Jahrhundert nach Osteuropa vertriebenen Jüdinnen und Juden. Natürlich durchlief das Jiddisch in fremder Umgebung eine eigene Weiterentwicklung.

Beachtenswert ist, dass im Jiddischen das Gerüst der Sätze immer auf Deutsch gebildet wird, sinntragende Wörter aber oft aus dem Hebräischen oder aus osteuropäischen und slawischen Sprachen stammen. Jiddisch schreibt man immer mit hebräischen Buchstaben, nicht mit lateinischen.

Jiddisch – eine Sprache ohne Land

Jiddisch – das erst seit dem 20. Jahrhundert überhaupt so bezeichnet wird – war die Alltagssprache der Juden in den Städtl Osteuropas. Wenn heute von Jiddisch die Rede ist, ist fast immer Ostjiddisch gemeint. Denn Westjiddisch wird so gut wie nicht mehr gesprochen.

Im 19. Jahrhundert bildete sich sogar eine bedeutende Literatur heraus. Heute, nach der fast vollständigen Vernichtung des Judentums gerade in Osteuropa, stellt sich die Frage, ob diese Sprache die nächsten Jahrzehnte überleben wird. Fachleute schätzen, dass nur noch etwa 1,5 Millionen Menschen, vor allem ultraorthodoxe in den USA, Amsterdam oder wenige in Jerusalem überhaupt noch Jiddisch als (Mutter)sprache sprechen.

Hoffnung für die jiddische Sprache?

Allerdings werden nach wie vor zahlreiche jiddische Worte oder Ausdrücke im heutigen Deutsch genutzt. Mischpoke, Maloche, Schmusen, Schlamassel, Knast oder an der Börse zocken: Die deutsche Sprache wartet mit vielen Wörtern auf, die aus dem Jiddischen stammen. Aktuell und gar in der Jugendsprache sehr gebräuchlich: „Zicken Zoff“ oder „Handy abzocken“. Jiddische Wortwendung gibt es sogar im Berliner Jargon. „Du kleene Dilljurke“ – wer sich von diesem Kompliment geschmeichelt fühlt, kommt vielleicht aus Berlin. Eingelegte Salz-Dillgurken sind typisch für die jüdische Küche. Warum man sich in Berlin aber geschmeichelt fühlen soll als „kleine Dillgurke“, das können uns am Abend vielleicht zwei in Berlin geborene Vorstandsmitglieder erklären.

Aufschwung für Jiddisch? Jinglish und das neue Jiddisch-Corona-Wörterbuch

Slang in TV-Serien und liebenswerte, manchmal auch ironische Redewendung, ja sogar die Corona-Pandemie scheinen neues Leben in die jiddische Sprache zu bringen. Das sogenannte „Jinglish“, das in der amerikanischen und englischen Umgangssprache Worte miteinander vermischt wie „Bagel“ oder „Mish-Mash“ ist uns durchaus geläufig. Jüngst hat beispielsweise die Netflix-Erfolgsserie „Unorthodox“ dem Jiddischen und dem „Jinglish“ neuen Aufschwung verschafft.

Wie lebendig die jiddische Sprache ist, beweist die Veröffentlichung eines Jiddisch-Wörterbuchs für die Corona-Krise. Dort erscheinen Ausdrücke wie „Die Farschparung“ (Die Ausgangssperre), „opgesundert“ (isoliert) und „Oisplatschikn die Krume“ (Die Kurve abflachen). Das berichtet Thomas Meyer, Schweizer Schriftsteller, im Mai 2020.

Redaktion: Beatrix Polgar-Stüwe

Digitaler Bürgertreff mit FDP-Kommunalpolitikern

Digitaler Bürgertreff mit FDP-Kommunalpolitikern

Am 1. Juli fand ein digitaler Bürgertreff mit Kommunalpolitikern der FDP statt.

Screenshot: Digitaler Bürgertreff mit FDP-Kommunalpolitikern

Wie kann Rodenkirchen für Einwohner und Besucher attraktiv bleiben und die Vielfalt des Einzelhandels am Ort erhalten werden? Auf diese Frage führte die Diskussion beim digitalen Bürgertreff der Bürgervereinigung Rodenkirchen e.V. mit Kommunalpolitikern der FDP am 1. Juli 2021 immer wieder zurück. Joachim Krämer, Bundestagskandidat der Liberalen für den Wahlkreis Köln II, präsentierte zudem Vorschläge, um die Schulen bei der Herausforderung Digitalisierung besser zu unterstützen.

Ralph Sterck, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat und Sprecher für Stadtentwicklung, erläuterte die Bedeutung von Großbauprojekten für den Stadtbezirk. Dabei erwähnte er das Neubaugebiet Rondorf-Nord-West mit der wichtigen Verlängerung der Nord-Süd-Stadtbahn bis Meschenich, die Parkstadt Süd und das Waldviertel in Rodenkirchen. Die über Jahre umstrittene Neugestaltung am Maternusplatz in Rodenkirchen betrachtet Sterck als gelungen, sie könne beispielhaft für andere Plätze sein.

Hier geht es zur Präsentation von Ralph Sterck “Köln baut Rodenkirchen”.

Parkleitsystem für Rodenkirchen vorgeschlagen

Mit Blick auf Großprojekte wie den Ausbau der Rodenkirchener Brücke und eine zusätzliche Brücke („Rheinspange“) sowie generell die Gestaltung des innerörtlichen Straßenraums gehen die FDP-Politiker davon aus, dass der Individualverkehr keineswegs ein auslaufendes Modell ist, sondern weiter wachsen wird. Deshalb hält Karl Wolters, Vorsitzender der FDP-Fraktion in der Bezirksvertretung Rodenkirchen und stellvertretender Bezirksbürgermeister, nichts davon, öffentliche Parkplätze ersatzlos wegfallen zu lassen. In der Bahnhofstraße in Sürth sei genau das geschehen. Wolters: „Eine Verkehrswende ohne Alternative? Das kann nicht gut gehen.“ Die FDP will erreichen, dass öffentliche Parkplätze, die wegfallen, im Umkreis von 500 m ersetzt werden, etwa durch den Bau von „Quartiersgaragen“, also Parkhäusern. Dass es für diesen Vorschlag in der Bezirksvertretung bisher keine Unterstützung gab, beklagt Wolters auch mit Blick auf die Perspektiven der vielen inhabergeführten Geschäfte in Rodenkirchen. „Ich will nicht, dass Kundinnen und Kunden wegbleiben, weil sie keinen Parkplatz finden.“ Eine „schleichende Verödung“ des Zentrums müsse vermieden werden.

Wolters vermisst ein Parkleitsystem in Rodenkirchen, das freie Parkplätze anzeige. Außerdem könnten Unternehmen wie Lidl angesprochen werden, ob sie die Mitnutzung ihres Parkraums gestatteten. Dazu will die FDP einen Arbeitskreis ins Leben rufen. Der Vorsitzende der Bürgervereinigung, Dieter Maretzky, befürwortete ein Parkleitsystem. Er erinnerte daran, dass es ein Parkraumkonzept für Rodenkirchen gebe. Nach einem Appell der Bürgervereinigung Rodenkirchen an die Stadt Köln soll das Parkraumkonzept aber erst realisiert werden, wenn das neue Rathaus steht. Denn während der Bauzeit werden die Parkplätze rund ums Rathaus entfallen.

FDP sorgt sich um die schönen Ladengeschäfte in Rodenkirchen

Mitglieder der Bürgervereinigung sprachen das triste Erscheinungsbild des Sommershofs und den dortigen Leerstand an. „Das ist ein Problem. Die Visitenkarte Rodenkirchens macht keinen guten Eindruck“, sagte auch Rüdiger Nies, FDP-Mitglied in der Bezirksvertretung. Nies und Wolters sorgen sich generell um die Zukunft der inhabergeführten Geschäfte in Rodenkirchen. Wenn Vermieter zu wenig investierten oder Ladenfläche lieber leer stehen ließen, als die Miete zu senken, sei der Einfluss der Kommunalpolitik aber begrenzt. Verhindern könnten sie auch nicht, dass sich, wie ein Diskussionsteilnehmer beklagte, viele Maklerbüros oder Nagelstudios in Rodenkirchen breit machten. „Das Ladensterben aufhalten können wir alle, indem wir in den örtlichen Geschäften einkaufen“, stellten die FDP-Politiker heraus.

Sterck erinnerte daran, dass der Trend zu größeren Geschäften im Lebensmitteleinzelhandel dem Kaufverhalten der Kunden folge. Daher ist seine Zuversicht begrenzt, dass auf dem Sürther Feld das den Bewohnern versprochene Nahversorgungszentrum entstehen wird: „Die Stadt kann das nicht verordnen.“ In der Diskussion wurde ein Bio-Supermarkt für die geplante Nahversorgung auf dem Sürther Feld vorgeschlagen. Denn die Eygelshovener Straße im Sürther Feld wäre ein guter Standort, darüber waren sich alle einig.

Zu einer besseren Aufenthaltsqualität in Rodenkirchen, Sürth und Weiß würden auch mehr öffentliche Toiletten beitragen, sagte Wolters. Zwar hat sich die Aufstellung werbefinanzierter Toilettenhäuschen als nicht realisierbar erwiesen. Die FDP werde aber an dem Thema dranbleiben, versprach Wolters. Für die Idee, wie in den USA ehrenamtliche „Toiletten Ranger“ als Paten für öffentliche Toiletten zu gewinnen, zeigte er sich offen.

Die Bürgervereinigung Rodenkirchen setzt sich seit Jahren für längere Öffnungszeiten des Hallenbads an der Mainstraße für alle ein. Dass dieses derzeit nur für Schwimmkurse und die Nutzung durch Vereine geöffnet ist, will Nies nicht hinnehmen. Es sei nicht einzusehen, wieso das Bad mit schöner Liegewiese nicht stärker genutzt werden könne. Nies appellierte an alle, gemeinsam den Druck auf die KölnBäder GmbH zu erhöhen. Die Bürgervereinigung beklagte ferner, dass das Hallenbad in den Sommerferien geschlossen ist.

Never Ending Story um das Rathaus in Rodenkirchen

Zu den unbeantworteten Fragen im Bezirk Rodenkirchen gehört, wann der Neubau des Rathauses startet. Sterck sprach von einer „never ending story“. Die Verwaltung hätte schon längst die Bauvoranfrage und die Planung des Rathaus-Abrisses vorlegen müssen. „Wir wollen das beschleunigen. Am Stadtrat liegt es nicht.“

Beim Breitbandausbau und schnellen Internet passiere viel, und Köln sei unter den Top Hotspots in Deutschland, stellte Bundestagskandidat Joachim Krämer, Pressesprecher, stellvertretender Vorsitzender des FDP-Kreisverbands und Mitglied im Bezirksvorstand, heraus. Auch die Schulen würden versorgt, Engpass sei nun oft aber das schulinterne Netz. Dafür müsse der Bund Geld bereitstellen. Krämer, der als Studienrat arbeitet, schlug „digitale Hausmeister“ für die Schulen vor, die sich um die   technischen Fragen des Netzzugangs kümmerten. Diese Idee fand bei den 18 Gästen des digitalen Bürgertreffs Anklang. Die Veranstaltung wurde von Beatrix Polgar-Stüwe, Pressesprecherin der Bürgervereinigung Rodenkirchen, moderiert

Autor: Heinz Stüwe