Keine Verdichtung im Auenviertel in Rodenkirchen – Neuer Bebauungsplan-Entwurf

Keine Verdichtung im Auenviertel in Rodenkirchen – Neuer Bebauungsplan-Entwurf

Keine Verdichtung im Auenviertel in Köln-Rodenkirchen

Im Auenviertel Ecke Grimmelshausenstraße

Die Bürgervereinigung Rodenkirchen steht für die Erhaltung der Wohn- und Lebensqualität ihres Ortes: Das komplette Auenviertel muss sein einmaliges Flair behalten. Es darf nicht durch Teilung der Grundstücke zugebaut werden! Deshalb ist die Bürgervereinigung Rodenkirchen erfreut, dass die Stadtverwaltung der Forderung nachkommt und einen neuen Bebauungsplan entworfen hat.  Denn die besondere Struktur des Auenviertels in Köln-Rodenkirchen muss erhalten bleiben. Die Nachverdichtung durch Teilung großer Grundstücke und der Bebauung des Hinterlands großer Liegenschaften muss verhindert werden. Denn seit geraumer Zeit beobachtet die Bürgervereinigung mit großer Sorge, dass das historisch gewachsene Wohnbauviertel einem Wandel unterliegt mit Teilungen von Grundstücken.  Dies führt aber zu einer schleichenden städtebaulichen Verdichtung des gewachsenen Viertels in Köln-Rodenkirchen und zerstört das erhaltenswerte, historisch wertvolle Ambiente des Auenviertels, von der Weißer Straße bis hin zum Uferstraße am Rhein. Denn durch Nachverdichtung würde unwiderruflich der Gesamtcharakter des Viertels zerstört. Auch der Denkmalschutz, die Intention, Natur mit Architektur zu verbinden und die seltene geschichtliche Ablesbarkeit des Ortes wären durch eine rücksichtlose Bebauung verloren.

Auenviertel schützen durch gültigen Bebauungsplan

Neuer Bebauungsplan Auenviertel Rodenkirchen

Erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs Auenviertel in Rodenkirchen © Stadt Köln

Vom 2. Juli bis 17. August erfolgt nun die erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs Nummer 70390/02 mit Begründung beim Stadtplanungsamt (Stadthaus), Außenstelle, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln. Weitere Informationen: https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/planen-bauen/bebauungsplaene/aktuelle-bebauungsplaene/auenviertel-koeln-rodenkirchen

Ziel der Planung sei es weiterhin, das vorhandene hochwertige Wohngebiet durch planungsrechtliche Instrumente zu schützen. So soll die Struktur einer überwiegend ein- und zweigeschossigen Bebauung mit freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern erhalten bleiben.

Zur Geschichte des Auenviertels in Köln-Rodenkirchen

Das Auenviertel in Rodenkirchen stellt die zweite Erweiterung in der Geschichte Rodenkirchens dar. Die drei Entwicklungsstufen – typisch für das Wachstum kleinster Dörfer im Umkreis größerer Städte – liegen hier, wie ein offenes Bilderbuch, zutage. An kaum einem anderen Ort, wo Kleinstgehöfte längst verschwunden sind, ist die Geschichte einer Stadt und seiner Umgebung so deutlich ablesbar. Sie geben Zeugnis von einer sonst kaum anzutreffenden Vermischung der Bevölkerung aus verschiedenen Schichten, die eng verbunden ist mit der Entwicklung Kölns.

Glückliche Fügungen in der Bau-Historie Rodenkirchens

Die erste Erweiterung war bestimmt durch das Wachsen Kölns zur preußischen Großstadt und zum Industrieort. In Rodenkirchen sind nicht nur die alte Kirche vom ursprünglichen Fischerdorf erhalten geblieben, sondern auch Kleinstgehöfte, die an das ehemalige Dorfbild erinnern. Diese kleinen Höfe legen ein einmaliges Zeugnis dafür ab, dass bei der Versteigerung des ehemals kirchlichen Besitzes mitunter auch Kleinstbauern, Hintersassen, manchmal in der Lage waren, eine winzige Fläche zu erhalten. Zudem setzte, wie an anderen Vororten und Stellen, an denen sich Lehmboden oder Kiesgruben befanden, eine Besiedlung von Kleinunternehmern und Fuhrleuten ein, die das begehrte Baumaterial nach Köln lieferten. Rodenkirchen weitete sich nach Westen aus, über die Hauptstraße hinweg, welche die ursprüngliche Grenze des kleinen Ortes war. Die kleinen, oft hübsch verzierten Backsteinbauten geben in der Frankstraße und Umgebung ein schönes Zeugnis dieser Besiedlung. Aber auch erste kleinere Villen entstanden entlang der Hauptstraße, die deutlich nach Norden in Richtung Köln ausgerichtet waren.

Im Auenviertel in Köln-Rodenkirchen Auenweg Ecke Zuckmayerstr

Auenweg Ecke Zuckmayerstraße

Die zweite Erweiterung lässt nun den Trend zum gesunden Leben erkennen, oder die ersten Lehren, die man aus einer ungehemmten Industrialisierung gezogen hatte: Der Rhein wird nicht nur als Transportweg und verkehrstechnische Anbindung an Köln gesehen, sondern wird selbst zur „Ansicht“. Im Urteil der Zeitgenossen ist er nicht nur praktisch, sondern „schön“. Er steht mit seiner grünen Umgebung für eine gesunde Lebensweise, die sich gegen die grauenhaften Folgen der Industrialisierung auch in Köln richtet. Denn man hielt die schlechte Luft für die Ursache vieler Seuchen und Krankheiten und versuchte nun, nicht nur für die Fabrikbesitzer (z.B. Westend in vielen Städten), sondern auch für die einfache Bevölkerung gesunde Wohnungen zu schaffen.

Dass sich alle drei Ausformungen in Rodenkirchen nebeneinander erhalten haben, ist ein außerordentlicher Glücksfall und sehr selten. Ebenso selten ist die Verschmelzung zu einem dennoch einheitlichen Aussehen des Ortes, wo man sich heute noch an eigentlich allen Stellen wohlfühlt und die deutlich sich abhebenden Entwicklungsstufen nie als Trennung registriert.

Die Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges, die Köln wie keine andere deutsche Stadt vernichtet haben, zerstörten auch die sichtbare geschichtliche Entwicklung. So haben wir nur noch an einigen wenigen Stellen der Umgebung Bauten, die an das frühere Dorfbild erinnern (etwa Immendorf und Sürth). Von daher ist es ein außerordentlicher Glücksfall, dass in Rodenkirchen gleich mehrere dieser Kleinstgehöfte, etwa an der Friedensgasse oder Barbarastraße erhalten sind, die ursprünglich eine kleine Fläche Nutzlandes ihr Eigen nannten.

Sonderwege beim Siedlungsbau in Rodenkirchen

Die erste Erweiterung mit Kleinunternehmern, Ziegelgrubenbesitzern und Fuhrunternehmen lässt sich an vielen ehemaligen Vororten Kölns nachweisen, Ehrenfeld oder Sülz sind nur zwei Beispiele. Sie zeigen überall nahezu den gleichen Haustypus, der auch in Rodenkirchen zu sehen ist: Drei- oder vierachsige Backsteinbauten, zunächst giebelständig, dann traufständig zur Straße hin orientiert, häufig mit farbigen Backsteinverzierungen und Phantasiewappen ausgestattet.

Doch während sich in nahezu allen Vororten diese Ansiedlungen getrennt von anderen Bebauungen zeigen, sozusagen als zusammengehörige Siedlung – man wollte in den gehobenen Wohngegenden, die rings um die Stadt entstanden, wie etwa Lindenthal oder Klettenberg, den „Ehrenfeldisierungsprozeß“ verhindern, also die Proletarisierung der Villenviertel, geht Rodenkirchen da unbewusst einen Sonderweg! Noch während diese Backsteinbauten an der Frankstraße oder Wilhelmstraße im Bau sind, beginnen sich einige kleine Villen bereits an der neuen Hauptstraße anzusiedeln. Berührungsängste fehlen hier offensichtlich.

Darin – und das kann nicht genug hervorgehoben werden – unterscheidet sich Rodenkirchen grundsätzlich von den anderen Vororten, die zum größten Teil bewusst und neu angelegt wurden: Klettenberg als Villenort oder Sülz als Arbeitervorort. Hier entwickelte sich beides nebeneinander, was man sonst so nicht findet. Selbst das unmittelbar benachbarte Marienburg hat nichts mit der Entwicklung Rodenkirchens gemein, nicht einmal die Architekten sind in beiden Orten bis auf ganz wenige Ausnahmen die gleichen.

Erstaunliche ist aber, dass dieses Prinzip der Vermischung bei der Ansiedlung des Auenviertels, also der zweiten Erweiterung, zumindest in den Anfängen nunmehr bewusst weitergeführt wird! Das ist für war eine große Ausnahme und in der weiteren Umgebung sonst nicht bekannt.

Innovativer gemischter Baustil durch Architekt Otto Müller-Jena

Moltkestraße in Köln-Rodenkirchen Auenviertel

Moltkestraße im Auenviertel

Als der bedeutende Architekt Otto Müller-Jena, in den Jahren nach 1910 begann, einige Straßenzüge mit gemischter Bebauung zu entwerfen, schaffte er etwas völlig Neues! Er plante Villen, die für das neu entstandene Bürgertum, das in der aus allen Nähten platzenden Stadt keinen Platz gefunden hatte und auch bei der neu angelegten Ringstraße zu kurz gekommen war. Aber unmittelbar daneben entstehen – im Stil durchaus angepasst – Mietshäuser für mehrere Familien. Diese Vermischung ist sonst keinem der bekannten Baumeister dieser Zeit gelungen.

Damit aber nicht genug: Otto Müller-Jena, der übrigens wenig später auch hervorragende Bauhausarchitektur errichtet (in Köln z.B. die ehemaligen Sidolwerke) verbaute die Natur mit in seinen Häusern. Die Anlage der umgebenden Gartenflächen wird von ihm als mitgebaute Natur, als Architektur verstanden und so konzipiert. (In der gleichen Zeit und etwas später entstehen die ersten Freischulen, in denen Kinder außerhalb der Stadt hin und wieder unterrichtet werden, um zu ihrer Gesundung beizutragen). Erst die Vorgärten und umgebenden Gärten lassen in seinen Augen die Bauten vollständig werden.

Der Plan der Vermischung von Villen und Miethäusern, gekonnt umgesetzt, hat sich dann über die steigenden Grundstückspreise nicht weiterverfolgen lassen. Aber noch immer bietet das größere Ensemble von Uferstraße und Moltkestraße eine schöne Vorstellung dieses Vorhabens.

Die weiteren Planungen des Auenviertels nehmen jedoch viele dieser Innovationen auf. So ist gerade die Vermischung der Stile, auch an einem Bau, heute reizvoll inmitten der Grünanlagen.

Modernes Bauhaus im Auenviertel neben Historismus im Einklang

Bauhaus neben Historismus verrtagen sich im Auenviertel gut.

Der Historismus hatte sich mit dem ersten Weltkrieg und der anschließenden Revolution überlebt. Aber alle bedeutenden Schulen der 1920er Jahre kommen hier auf ihre Kosten und lassen heute die Übereinstimmungen und gegenseitigen Beeinflussungen erkennen, obwohl sie damals miteinander im Streit lagen. So findet sich der herkömmlich traditionelle „Heimatschutzstil“ unmittelbar neben der radikalen Moderne im Bauhausstil, die gemäßigte Moderne neben der Stuttgarter Schule, der Expressionismus neben niederländischen Einflüssen der Amsterdamer Schule usw. Dennoch gibt es immer wieder Gemeinsamkeiten, die bei all diesen Stilen vertreten sind – das halbrunde vor die Fassade gesetzte Treppentürmchen etwa, die weit vorgezogene Traufe, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Aber eine weitere, bedeutende Gemeinsamkeit haben alle, die Freifläche vor oder um die Häuser wird als integraler Bestandteil der Architektur verstanden! In dieser Hinsicht hat Müller-Jena wirklich vorbildlich gewirkt.

Wohngebiet im Auenviertel schützen durch Veränderungssperre

Auenweg Rodenkirchen

Auenweg Rodenkirchen

Eine dichtere Bebauung würde die Intention der gesamten Architektur zerstören. Sehr wichtig wäre es, darauf hinzuwirken, die modernen Sichtschutzmaßnahmen, Bambuszäune, hohe Hecken etc. zugunsten der teilweise noch erhaltenen sehr schönen alten niedrigen Begrenzungen wegzunehmen, um so den freien Durchblick, der ausdrücklich gewollt wurde und der ganzen Siedlung eine ungewöhnlich schöne Leichtigkeit gibt, wiederherzustellen.

Das vorhandene hochwertige Wohngebiet muss geschützt werden, so dass die Struktur einer überwiegend ein- und zweigeschossigen Bebauung mit freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern erhalten bleibt. Dies bezieht sich auf den Siedlungsbereich zwischen Weißer Straße und Uferstraße, zwischen Grüngürtel- und Walther-Rathenau-Straße.

Auenviertel schützen! Argumente gegen eine Verdichtung der Bebauung im Auenviertel

Eine Verdichtung der Bebauung würde drei wichtige und reizvolle Eigenschaften, die heute den Charme Rodenkirchens ausmachen, zerstören:

  1. Die sehr seltene geschichtliche Ablesbarkeit des Ortes würde zerstört
  2. Die Intention der zum großen Teil denkmalgeschützten Bauten, die die umgebende Natur als Architektur begreift, wäre unwiderruflich dahin, die Bauten würden ihren ureigenen Charakter verlieren.
  3. Die wenigen Bauten, die durch moderne Bebauungen ersetzt wurden, haben bislang in der Mehrheit große Rücksicht auf den Gesamtcharakter des Viertels genommen und so den einzigartigen Flair Rodenkirchens bewahrt. Durch mehr Verdichtung würde der Gesamteindruck einer historisch gewachsenen Einheit endgültig zerstört werden.

Autoren: Angelika Lehndorff-Felsko, Dieter Maretzky

Redaktion/Fotos: Beatrix Polgar-Stüwe

Mitgliederversammlung 2019: Digital und mit viel Frauenpower gut gerüstet für die Zukunft

Mitgliederversammlung 2019: Digital und mit viel Frauenpower gut gerüstet für die Zukunft

gut_besuchte_mitgliederversammlung_2019_buergervereinigung_rodenkirchenDie Bürgervereinigung Rodenkirchen e.V. hatte zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung am 9. April 2019 ins Restaurant des Kölner Rudervereins von 1877 eingeladen. Im Anschluss an die Versammlung hielt Jakub Wawrzyniak, Generalkonsul der Republik Polen in Köln, einen Vortrag über das deutsch-polnische Verhältnis im Kontext von Europa und seiner Bündnispartner.

Dieter Maretzky begrüßte die Anwesenden und stellte die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest. Seinen Dank für die Unterstützung richtete er an die Bezirksvertretung Rodenkirchen und die Kölner Verwaltung, an das Vorstandsteam, die Mitglieder des Vereines, die Presse und seine Gattin Jutta.

Rückblick auf die Arbeit der Bürgervereinigung Rodenkirchen

Im Vordergrund seiner bebilderten Präsentation über die Vorstandsarbeit standen folgende wichtige Themen, denen sich die Bürgervereinigung Rodenkirchen intensiv angenommen hatte: Die fehlende Infrastruktur am Sürther Feld, die Schul- und Bildungssituation, die Ungewissheit über das Schicksal des Rodenkirchener Rathauses, die notwendige Einrichtung eines Hauses für Jugendliche, erforderliche Verbesserungen im ÖPNV im Kölner Süden und die fragliche Zukunft der Kunststätten Fuhrwerkswaage und Wachsfabrik.

Durch den Neubau der Ernst-Moritz-Arndt-Schule im Sürther Feld wird der Schulbetrieb voraussichtlich ab 2022/23 möglich. Die Baugenehmigung sei erteilt und der Baubeginn soll im Herbst   2019 erfolgen, berichtete Dieter Maretzky. Er wies auf die Chance für eine neue Namensgebung für die Grundschule hin, da der Namenspatron mittlerweile als umstritten gilt.

Der ÖPNV verläuft nun über das Sürther Feld. Der Linienbus 130 fährt seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018. „Aber ein besserer Nahverkehr ist dringend notwendig“, fordert Maretzky. Bei der Versorgung des Baugebietes „Sürther Feld“ stehe nur der Schülerverkehr im Fokus. Das sei aber nicht ausreichend. Denn die Busanbindungen für Rodenkirchen-Süd, Weiß und Sürth wären verschlechtert und nicht verbessert worden. Die bisherige Linie 130 wurde durch die neue Linie 134 ersetzt, die aber täglich 4,5 Stunden weniger fährt als die Linie 130 vorher. Zudem wird diese Strecke zwischen 9 und 13 Uhr überhaupt nicht bedient. „Hier muss dringend das Angebot verbessert werden“, so Maretzky.

Seit Jahren soll das Rathaus in Rodenkirchen neu gebaut werden. Der bisherige Zeitplan sei aber heftig gefährdet, denn der Ersatzstandort an der Ringstraße wäre noch offen. 2019 sollte der Abriss erfolgen.

Seit Ende 2017 gibt es einen Arbeitskreis Jugend der Bürgervereinigung. Hier suchen verschiedene Gruppen gemeinsam einen Lösungsweg, um einen geeigneten Treffpunkt für Jugendliche in Rodenkirchen ins Leben zu rufen. Mögliche Standorte für eine Jugendeinrichtung werden diskutiert. Zu denen zählen u.a.:

  • im Neubau Rathaus Rodenkirchen
  • auf der Fläche der Hauptschule Ringelnatzstraße
  • am Spielplatz Konrad-Adenauer-Str.
  • in einem Bootshaus

„Aber die Realität sieht leider ganz anders aus“, bedauert Maretzky. Im Neubau Rathaus sei kein Platz für die Jugend. Die Hauptschule wird ab 2022 als Ersatzquartier für die Grüngürtelschule benötigt, die dann saniert wird. Der Spielplatz soll für das neue Waldviertel aufgewertet werden. Ein Bootshaus finde bei der Verwaltung keine Berücksichtigung. Um auf den Bedarf und das Recht der Kinder und Jugendlichen auf einen eigenen festen Treffpunkt aufmerksam zu machen, wird am Sonntag, 30. Juni 2019 auf dem Maternusplatz in Rodenkirchen der „Tag der Jugend“ mit vielen Aktionen stattfinden. Im Arbeitskreis der Bürgervereinigung arbeiten das Jugendforum, die Bezirksvertreter, der Bezirksjugendpfleger, Vereine, Pädagogen und weitere engagierte Einzelpersonen zusammen.

Das Naturschutzgebiet Sürther Aue könne durch die geplante Ansiedlung der Firma Theo Steil neu bedroht sein. Darauf wies der Vorsitzende hin. Die AG Hafen fordert dem Rat der Stadt Köln mit Nachdruck auf, den Planungsantrag für den Hafenbau zurückzunehmen. Mit allen Ratsfraktionen wird darüber verhandelt. Die Forderung der Bürgervereinigung unterstützen die FDP, Die Grünen und teilweise die CDU. Für die von der HGK aufgewendeten Mittel von 7,7 Millionen Euro für den damals vorgesehenen Ausbau hat die AG praktikable Vorschläge gemacht, die den Haushalt der Stadt Köln nicht belasten. Auch ein Standort für den Fuhrpark konnte mit Unterstützung der chemischen Industrie vor Ort gefunden werden. Die Theo Steil GmbH hat noch nicht alle notwendigen Unterlagen bei der Bezirksregierung Köln eingereicht, so dass ungewiss sei, wann die Pläne offengelegt werden. Die Vereine Bürgervereinigung Rodenkirchen, „für Sürth“ und die Goding werden das Genehmigungsverfahren mit Rechtsberatung begleiten.

Seit 40 Jahren besteht das Kulturzentrum Wachsfabrik. Der neue Verwalter hat vielen Ateliers gekündigt und möchte eine Mieterhöhung und statt Wohnmietverträge Gewerbemietverträge durchsetzen. Die Mieter hingegen klagen über den hohen Renovierungsbedarf der Außenhülle, den der Besitzer nicht anerkennen will. Feuchte Wände sind in den Ateliers die Folge. Es sind Wohn- und Arbeitsateliers, zum Teil mit Kindern. „Der Erhalt und die Zukunft dieser Einrichtung sind uns sehr wichtig“, erklärte Maretzky. An der Gründung eines Fördervereines werde gearbeitet, die Bezirksvertretung Rodenkirchen sehe wie die Bürgervereinigung die Wichtigkeit dieser kulturellen Einrichtung, ebenso das Kulturamt der Stadt Köln. Leider sei noch immer die Zukunft der Fuhrwerkswaage Kunstraum in Sürth noch ungewiss. „Die nunmehr 40jährige Institution Fuhrwerkswaage, der Kunstraum in ihrem Domizil, das Areal und die Ausstellungshalle an der Bergstraße 79 in Köln-Sürth müssen erhalten bleiben“, forderte der Vorsitzende.

Dieter Maretzky erwähnte unter anderem als ein besonders erfolgreiches Projekt des Vorstandes im Jahr 2018 die neue Publikation über die Kirche Alt St. Maternus, die großes Interesse findet.

Neues papierloses Anmeldeverfahren für Veranstaltungen

Schatzmeisterin Silvia Behrendt stellte einen neuen Service für alle Mitglieder und Interessenten vor. Das Online-Anmeldeverfahren funktioniert wie ein Warenkorb im Web und ermöglicht über die Vereinshomepage Reservierungen und Kartenbestelllungen für die Teilnahme an Veranstaltungen der Bürgervereinigung. Der Vorteil für Mitglieder ist, dass sie sofort eine verbindliche Anmeldbestätigung per E-Mail erhalten und die Buchungen bequem von zu Hause aus erledigen können. Das System ist direkt mit der Vereinssoftware der Bürgervereinigung verbunden und erkennt auch, ob eine Veranstaltung eventuell schon ausgebucht ist. Die früheren parallellaufenden Anmeldemöglichkeiten auf Papierlisten in der Buchhandlung, elektronisch über die Homepage und auf vielfältigen weiteren Kommunikationskanälen für über 30 Veranstaltungen im Jahr haben einen enormen Zeitaufwand für den Vorstand bedeutet. Das neue Online-Anmeldeverfahren wurde von den Vorstandsmitgliedern Beatrix Polgar-Stüwe und Silvia Behrendt entwickelt und umgesetzt. Für ihren zeitintensiven Einsatz bedankte sich Dieter Maretzky mit einem Blumenstrauß. Das moderne elektronische Anmeldeverfahren hat sich schnell bewährt. Es erleichtert die Vereinsbuchhaltung und bietet automatisch einen softwaregesteuerten Überblick über den Stand der Anmeldungen. Seit der Einführung vor drei Wochen haben bereits über 70 Mitglieder und Gäste Reservierung für den Besuch von Veranstaltungen getätigt. Der Vorstand freute sich, dass der Sprung ins digitale Zeitalter beim Anmeldeverfahren erfolgreich gelungen sei und die Zeit der „Zettelwirtschaft“ ein Ende habe.

Besondere Veranstaltungen im Jahr 2018 und Projekte in Rodenkirchen

Im Anschluss warf der Vorsitzende einen Rückblick auf einige Veranstaltungen, wie den letzten Silvesterball, den sehr gut besuchten Neujahrsempfang in der Feuerwache Marienburg, bei dem der Freiwilligen Feuerwehr Rodenkirchen eine Spende von 1000 Euro überreicht wurde. Als weitere Highlights fanden zahlreiche gutbesuchte Führungen wie z.B. durch die Philharmonie oder durch den Schlosspark Stammheim statt. Eine Tagesfahrt nach Koblenz war ebenso darunter wie auch eine Führung durch die Opernbaustelle, die man eher als „Bühnenbaustellen“ bezeichnen sollte.

Zur Kommunikation mit den Bürgern in Rodenkirchen diente auch der rege besuchte Informationsstand auf dem Maternusplatz, der wieder am 13. April 2019 von 11 bis 13 Uhr mit den Gästen Jeannette de Payrebrune und  Dierk  Osterloh aus der Wachsfabrik stattfinden wird.

Auch der in der Regel viermal im Jahr durchgeführte Bürgertreff im Brauhaus “Quetsch” trifft regelmäßig auf große Nachfrage.

Dieter Maretzky gab einen Ausblick auf viele Bauprojekte in Rodenkirchen. So werden über 1350 Wohnungen im Stadtteil Rodenkirchen gebaut werden, d.h. um 4200 Einwohner wird Rodenkirchen wachsen. Es geht um diese Vorhaben:

  • Abriss und Neubau Rathaus (die Realisierung ist noch offen)
  • Gewerbegrundstück Weißer Str. mit 18 000 qm
  • Bonner Str. Nord-Süd-Bahn-Bau Bonner Str.
  • Barbarastr. Abriss und Neubau
  • Sürther Feld 3. Bauabschnitt, circa 250 Wohneinheiten
  • Diakonie Michaelshoven 100 Wohneinheiten
  • Eygelshovener Str. neuer Bebauungsplan mit 150 Wohneinheiten
  • Ringstr. 360 Wohneinheiten
  • Bahnstr. 410 Wohneinheiten
  • Neubaugebiet Rondorf: 4700 Einwohner laut Stadt Köln

Die Firma Bauwens baut das „Waldviertel“ (ehemals Fleischfabrik Waltner) an der Bahnstraße in Rodenkirchen. Die Abrissarbeiten dort sind fast beendet.

Im Anschluss verwies Dieter Maretzky auf die Pflege der Blumenbeete, die zum Teil von einem Gartenfachbetrieb neu angelegt werden sollen.

Finanzen

Die Schatzmeisterin Silvia Behrendt veranschaulichte die Einnahmen und Ausgaben in den Jahren 2017 und 2018 sowie die Mitgliederentwicklung. Verglichen zum Vorjahr stiegen die Einnahmen, die Ausgaben verringerten sich, so dass ein Überschuss, bedingt durch einen von der Stadt Köln gewährten Zuschuss von 5000 Euro, entstand. Er wird jetzt im Frühjahr auch für die Neubepflanzung und Neuplanung der Blumenbeete verwendet. Die Zahl der Mitglieder wuchs seit 2012 kontinuierlich. Am Tag der Mitgliederversammlung hatte der Verein 587 Mitglieder.

Kassenprüfung

Der Bericht der Kassenprüferin Désirée von Hinckeldey stellte die sachgemäße, korrekte und übersichtliche Kassenführung fest. Der Vorstand wurde einstimmig für 2018 entlastet.

Der neue Vorstand der Bürgervereinigung Rodenkirchen

Wahlen des Vorstands

Als nächster Tagungsordnungspunkt standen Wahlen des Vorstands an. Dr. Bernd Kobbe übernahm die Wahlleitung. Zuvor würdigte er die Arbeit des Vorstandes. Er schlug zur Wahl des 1. Vorsitzenden Dieter Maretzky vor, der einstimmig wiedergewählt wurde. Der Gewählte nahm die Wahl an und dankte für das in ihn gesetzte Vertrauen. Danach wurde mit Einverständnis der Mitglieder per Blockverfahren die Wahl der anderen Vorstandsmitglieder durchgeführt. Dieter Maretzky stellte die bisherige Kassenprüferin, Désirée von Hinckeldey, als Kandidatin für den Posten des stellvertretenden Schatzmeisters vor. Nachfolgende Personen wurden einstimmig gewählt bzw. in ihrem Amt bestätigt als zweiter Vorsitzender Wolfgang Behrendt (nicht im Bild), Schatzmeisterin Silvia Behrendt, Schriftführerin Iris Ebel-Philippi, Geschäftsführerin Ursula Hölz, Stellvertr. Schatzmeisterin Désirée von Hinckeldey, Pressearbeit Beatrix Polgar-Stüwe, Kulturveranstaltungen Barbara Brunotte und als Beisitzer Jürgen Müller

Neuer Kassenprüfer Dr. Peter Wohlleben

Dieter Maretzky freute sich über die nun 6-fache Frauenpower im Vorstand. Bei den Wahlen der Kassenprüfer stellten sich Dr. Hermann Peter Wohlleben und Dipl. Ing. Jochen Maxton zur Verfügung. Auch dieser Wahl stimmte die Mitgliederversammlung zu.

 

 

 

 

 

 

Ein Generalkonsul aus Polen mit kölschem Lebensgefühl

Nach einer kurzen Pause folgte die mit Spannung erwartete Rede von Jakub Wawrzyniak, Generalkonsul der Republik Polen in Köln.

Die Geschichte der deutsch-polnischen Freundschaft sei ein Beispiel dafür, welche historischen Gräben ein guter Dialog zwischen den Nationen überwinden kann. Das machte die Rede von Generalkonsul Wawrzyniak deutlich. Der 38-Jährige hat eine besondere Beziehung zu Köln. Hier besuchte Jakub Wawrzyniak drei Jahre lang das Irmgardis-Gymnasium in Bayenthal. Es folgte ein Studium an der Universität Köln der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Philosophie und Allgemeinen Sprachwissenschaften, welches er mit dem Magister abschloss.

Als Mitglied des Auswärtigen Dienstes ist er bereits seit 19 Jahren für das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Polen tätig. In Köln war er von 2007 bis 2015 Vizekonsul für Kultur und Öffentlichkeitsarbeit beim Generalkonsulat der Republik Polen. Nach einer beruflichen Station in seiner Heimat im Ministerium wurde er im September 2018 zum Generalkonsul in Köln berufen. „Ich verdanke der Stadt Köln viel und möchte deshalb Köln etwas zurückgeben“, so umschrieb Wawrzyniak seine gute Beziehung zu Köln.

„2019 ist das Jahr der Jahrestage für Polen und ein Zeitmaß mit historischer Bedeutung“, sagte der Generalkonsul. Vor 30 Jahren begann in Polen der Siegeszug der friedlichen Revolutionen in Mittel- und Osteuropa, vor 20 Jahren ist Polen der NATO beigetreten, seit 15 Jahren Mitglied der EU. Untersuchungen zeigen, dass die Polen eine besonders pro-europäische Gesellschaft sind.

Das gegenseitige Kennenlernen der Nachbarn sei ein sehr wichtiger Aspekt der Völkerverständigung in einem gemeinsamen Europa. Der Generalkonsul bedauerte, dass nur etwa 25 Prozent der Deutschen schon mal Polen einen Besuch abgestattet hätten. „Ich freue mich aber sehr, dass fast alle Besucher aus Deutschland nach ihrem Besuch von Polen sehr angetan waren und das Nachbarland sehr sympathisch fanden“.

Dieter Maretzky dankte dem Gastredner

 

 

 

 

 

 

Hier geht es zum kompletten Jahresbericht als PP-Präsentation.

Redaktion: Beatrix Polgar-Stüwe / Dieter Maretzky

Urheber Fotos: Beatrix Polgar-Stüwe

Alle Fotos in der Galerie

 

 

Führung Forstbotanischer Garten: Rhododendren und Tiere

Führung Forstbotanischer Garten: Rhododendren und Tiere

Pfau im Forstbotanischen Garten in RodenkirchenDer Forstbotanische Garten ist im Frühjahr ein besonderes Naturerlebnis. Darüber waren sich die rund 30 Teilnehmer der Führung einig, zu der die Bürgervereinigung Rodenkirchen eingeladen hatte. Das sonnige Wetter spielte mit, als Ulrich Hensel von der Forstverwaltung der Stadt Köln am 13. Mai 2019 der Gruppe die blühenden Rhododendren und Azaleen zeigte mit ihren hunderten verschiedenen Arten in allen Schattierungen von Rosa, Blauviolett, Weiß und Gelb. Der Förster berichtete zuerst über die Geschichte des Forstbotanischen Gartens. Im 1. Weltkrieg war hier ein Infanterie-Stützpunkt, da wo heute die Rhododendronschlucht ist. Die Grundideen Konrad Adenauers zur Grüngestaltung Kölns nach dem Krieg gingen mit in die Planung ein. Der Bau der botanischen Gartenanlage begann aber erst Anfang der 60er Jahre. Im Jahr 1964 fand die Eröffnung statt.

Neben geschichtlichem und botanischem Wissen erwähnte Ulrich Hensel auch aktuelle Probleme. Es sei zu wenig Grundwasser da, so dass die Bäume und Pflanzen leiden und daher sehr anfällig werden für allerei Krankheiten wie Pilzbefall, wie beispielsweise die Mammutbäume. Der heiße und trockene Sommer 2018 und die letzten Stürme hätten leider auch einigen Schaden angerichtet.

Besonders sehenswert ist auch die Tierwelt. Neben etwa acht Pfauen Hennen gibt es mindestens zwei Pfaue Hähne, die überhaupt nicht schüchtern waren und die Führung teilweise begleiteten. Leider wollten sie für die Gruppe kein Rad schlagen, aber die herrlich bunte Schleppe ist auch geschlossen ein farbenprächtiges Erlebnis.  Andere hier lebende Wildtiere wie Füchse oder Kaninchen waren aber deutlich scheuer und zeigten sich nicht in der Öffentlichkeit.

Mehr Fotos:

Fotos: Beatrix Polgar-Stüwe

 

Mit der Kölner U-Bahn in den Atombunker? Dokumentationsstätte Kalter Krieg

Mit der Kölner U-Bahn in den Atombunker? Dokumentationsstätte Kalter Krieg

Schleuse Nordtor © 2015 R.Schwienbacher / Dokumentationsstätte Kalter Krieg e.V. DOKK.

Am Samstag, 27. Januar 2018 um 14 bis 15.30 Uhr lädt die Bürgervereinigung Rodenkirchen in die Dokumentationsstätte Kalter Krieg DOKK zur Führung in den Atombunker in der U-Bahn Köln ein. Aus der Sicht der 70erJahre mutete es schon ein wenig nach Science-Fiction an, wenn die schutzsuchende Bevölkerung per U-Bahn in den Atombunker einfährt. Heutzutage fahren hingegen täglich etliche tausende Fahrgäste durch den Bunker, steigen aus und um – und nahezu niemand ahnt etwas davon, in einem Bunker zu sein. Verkleidet hinter Stahllamellen verbergen sich tonnenschwere Schiebetore, seinerzeit gefertigt aus Spezialstahl, den nur eine einzige Firma in Deutschland herstellen konnte – oder auch Luftdrucktüren zu den Schleusen und Verbandsräumen. Doch wer hinter eine der zahlreichen Türen blickt, die von außen völlig unscheinbar wirken, ahnt sofort, dass es sich hier nicht um eine normale U-Bahn-Station handelt…

Die Führung inkl. Lichtbildvortrag dauert 1,5 Stunden, maximal können 60 Personen teilnehmen. Der Zugang ist in der sogenannte Mittelebene der U-Bahn-Station. Es gibt dorthin Rolltreppen, jedoch keinen Aufzug! Innerhalb der Anlage ist alles eben. Bitte warme Bekleidung anziehen!

Kosten: keine, Spende vor Ort ist erwünscht.

Besucheradresse: U-Bahn-Station Kalk Post, 51105 Köln U-Bahn-Station Kalk Post, Robertstraße 2, 51105 Köln-Kalk

Kölner Festungsmuseum e.V. / Dokumentationsstätte Kalter Krieg e.V., Cologne Research – Institut für Festungsarchitektur (CRIFA) www.do-kk.de

Anmeldung: Eintrag in die Liste bei der Buchhandlung Mayersche Köhl in Rodenkirchen oder im Eventkalender https://www.buergervereinigung-rodenkirchen.de/events

Rathaus Rodenkirchen und Verwaltung – Eine unendliche Geschichte

Rathaus Rodenkirchen und Verwaltung – Eine unendliche Geschichte

Rathaus Rodenkirchen (Foto: Dieter Maretzky)

Es gibt Neuigkeiten bei der unendlichen Geschichte zum Rathaus Rodenkirchen.

Hier lesen Sie 15 Jahre Dokumentation einer langen Historie rund um das Bezirksrathaus Rodenkirchen.

2017 (NEU)

Die Amtsübernahme des neuen Stadtdirektors, Dr. Stephan Keller, nahm Dieter Maretzky zum Anlass, an Herrn Dr. Keller am 27. Februar 2017 ein Schreiben zu richten. Zitat: „Die peinlichste Posse in Rodenkirchen ist die unendliche Geschichte unseres Rathauses, das für uns eine sehr wichtige Aufgabe hat: Es ist ein Zeugnis für die Zeit vor 1975, als die Gemeinde Rodenkirchen noch selbstständig war, hat einen Architekturpreis bekommen und ist dringend sanierungsbedürftig. Wenn man Gebäude so behandelt wie es in Köln üblich ist, werden sie zu Schandflecken, für die sie selbst nicht verantwortlich sind. Wir pflegen seit 2004 die Blumenkübel und zehn direkt am Rathaus gelegene Blumenbeete an und auf der Hauptstraße, um ein attraktives Ortszentrum mit zu gestalten.

Ich habe die Entwicklung zum Thema Rathaus dokumentiert und lege Ihnen den Text bei. Unsere Zusammenarbeit mit dem Bürgeramt ist vertrauensvoll und ein ständiger Dialog ist uns sehr wichtig. Ich bin gespannt, ob vor der nächsten Kommunalwahl hier etwas wirklich geschehen wird.“

Mitte April antwortete Herr Keller (für Herrn Tempski):

In der Sitzung am 18.9.2017 stellten die FDP und die Grünen den Antrag, auf den Neubau des Rathauses zu Gunsten der dringend notwendigen Schulbauten zu verzichten. Mit 10 zu 9 Stimmen wurde in geheimer Abstimmung dieser Antrag abgelehnt und so der Weg für den Neubau freigemacht. Von der Gebäudewirtschaft war die Objektleiterin Astrid Schüssler anwesend, die erklärte, dass das Geld vorhanden sei und da ein Totalunternehmer mit dem Bau beauftragt werden soll, werden keine Ressourcen der Gebäudewirtschaft zu Lasten des Schulbaus in Anspruch genommen.

Inzwischen ist mit Abgabeschluss zum 11. Oktober 2017 ein nichtoffener Realisierungswettbewerb zum Neubau des Bezirksrathauses Rodenkirchen ausgeschrieben, der Gebäudetyp soll als Büro, Verwaltung und Handel geplant werden.

Wie geht es weiter?

  • „Insgesamt sind 12 Architekturbüros als Generalplaner mit einem Team aus Fachplanern am Planungswettbewerb vorgesehen. Die Generalplanerteams decken die Disziplinen Architektur, TGA-Planung, Tragwerksplanung, Landschaftsarchitektur, Bauphysik und Stadtplanung ab.“
  • 10.2017 Versand der digitalen Unterlagen
  • 11.2017 Schriftliche Rückfragen (bis 12 Uhr)
  • 11.2017 Kolloquium
  • 01.2018 Abgabe Pläne (bis 15 Uhr)
  • 01.2018 Abgabe Modelle (bis 15 Uhr)
  • 03.2018 Preisgerichtssitzung

Danach erfolgen erst die nächsten Schritte, europaweite Ausschreibung, Beteiligung und Beschlussfassung in den zuständigen politischen Gremien.

Aus der Beschreibung zum Wettbewerb kann man weiterhin entnehmen:

„Das zugrundeliegende Konzept sieht anstelle des heutigen achtgeschossigen Rathausbaus einen Neubau mit fünf Vollgeschossen vor sowie eine deutlich attraktivere Wegeverbindung zwischen dem Rathausplatz an der Hauptstraße und dem Rheinufer.

Die Bausumme wird derzeit mit 13,9 Mio. EUR (Kostengruppen 300-400 netto) veranschlagt.

Die oberirdische Brutto-Geschossflächen beträgt ca. 5.000 m².

Der Abbruch und Ersatzneubau für das Rathaus, einschließlich der zugehörigen Tiefgarage und der Neugestaltung des Rathausvorplatzes, soll bis 2021 durch ein Totalunternehmen schlüsselfertig errichtet werden.“

Wie daraus zu entnehmen ist, werden bei dieser Planung dringend notwendige Einrichtungen nicht berücksichtigt:

  • Schaffung von Räumen für Jugendliche
  • Ein dem Bedarf angepasster Bürgersaal, nicht nur ein Sitzungssaal für die Bezirksvertretung
  • Platz in Verbindung mit dem Bürgersaal für die Stadtteilbibliothek Rodenkirchen (der aktuelle Standort an der Schillingsrotter Str. ist bedroht!).

Unsere Forderung: Wenn schon Geld für einen Neubau ausgegeben werden soll, dann aber auch die Bedürfnisse der Bürger und Anlieger berücksichtigen, nicht nur der Verwaltung und Politik!

Dieter Maretzky, 3.10.2017

Wir fordern das komplette Angebot der Dienstleistungen der Bezirksverwaltung mit allen Dienstleistungen vor Ort im Rodenkirchener Rathaus.

Rodenkirchen muss ein eigenständiger Stadtbezirk mit über 100 000 Bewohnern bleiben und darf nicht mit dem Stadtbezirk Innenstadt zusammen gelegt werden.

Die Diskussion um Neubau oder Sanierung mit vielen verschiedenen Beschlüssen ist  eine bald unendliche Geschichte, die enden muss.

Bürgervereinigung Rodenkirchen hat die unendliche Geschichte um das Rathaus Rodenkirchen satt!

Sanierung jetzt! Oder doch Abriss?

Es gab einmal vor langer Zeit einen Betrag von 800 000 DM, der für die damalige Sanierung des Rathauses vorgesehen war. Er wurde aber in die Sanierung der Hauptstraße vor dem Rathaus gesteckt. Das war im Jahr 1990. Damit begann die Posse.

Seit über 10 Jahren wird über die Sanierung oder den möglichen strahlenden Neubau des Bezirksrathauses diskutiert, es werden Beschlüsse gefasst, ein Wettbewerb durchgeführt, aber dann stürzen alle Pläne in den Untergrund.

Hier die ganze Geschichte seit 2002 Rathaus Rodenkirchen

2002

Dem Ratsbeschluss vom 29. Januar 2008 für den Neubau ist zu entnehmen:

“Eine in diesem Zusammenhang für den Standort Hauptstraße 85 in Auftrag gegebene Analyse des Architekturbüros Scherer, Maier und Partner, bezogen auf die Sanierung des Bestandes und die Erweiterung am Standort, hat im Jahr 2002 einen Kostenaufwand in Höhe von 18,4 Mio. € ermittelt.”

Diese Summe halten Fachleute für zu hoch angesetzt, wobei zu bedenken bleibt, dass erst bei der Durchführung der Sanierung die wirklichen Kosten ersichtlich werden.

„Eile für den Umzug sei geboten”, sagte Engelbert Rummel, der damalige Leiter der Gebäudewirtschaft, in einem Bericht vom Kölner Stadt-Anzeiger vom 19.12.2002. In diesem Bericht kann man auch lesen, was genau auf die jetzige Situation wieder passt: „”Die Bezirksvertreter indes sind irritiert: Hals über Kopf sollen sie in ein Provisorium einziehen, und dann erst soll entschieden werden, ob, wann, wo und wie ein Neubau des Rathauses [am alten Standort] realisiert wird.“ Provisorien hätten manchmal etwas Endgültiges, hieß es da vorwurfsvoll, und außerdem sei nicht geklärt, ob eine Generalsanierung des bestehenden Gebäudes nicht wirtschaftlicher sei. Von der Politik sei schließlich die Diskussion um den Neubau nicht ausgegangen. Rummel soll erst einmal vergleichende Zahlen über die Kosten bei Neubau und Sanierung vorlegen sowie Vorschläge für alternative Rathaus-Standorte. In dem Zusammenhang nannte Rummel die Schillingsrotter Straße, Ringstraße, das Sürther Feld, Friedrich Ebertstraße, Rondorf oder Bayenthal als „Oval Office“.

2003

Auszug aus dem Protokoll der Sitzung am 13.1.2003 der Bezirksvertretung Rodenkirchen:

“Die Bezirksvertretung Rodenkirchen beschließt einstimmig nachfolgenden ergänzten Beschlussentwurf:

Die Verwaltung wird gebeten, der Bezirksvertretung baldmöglichst, spätestens zur Sitzung am 10.02.2003, schriftlich detaillierte Informationen vorzulegen,

1. an welchen Alternativstandorten – gemäß der durch die Bezirksvertretung

beauftragten Standortuntersuchung – ein neues Bezirksrathaus realisiert werden kann,

2. wie sich ein Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen diesen Standorten darstellt,

3. wie sich die jeweilige zeitlich Realisierbarkeit im Vergleich darstellt

4. wie im Vergleich zu den bestehenden Neubaualternativen eine Sanierung und Erweiterung des vorhandenen Bezirksrathauses bewertet wird

und in welchem Zeitraum eine solche Lösung realisiert werden kann.

5. welche Nutzungskonzeption für das Grundstück des derzeitigen Rathauses im Falle einer Standortverlagerung des Bezirksrathauses entwickelt worden ist und welche städtebauliche Lösung in diesem Fall vorgeschlagen wird.

6. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auch auf den auf Veranlassung der CDU-Fraktion gefassten Beschluss vom 18.03.2002.”

Die Bezirksvertretung hat sich also umfassend mit dem Thema beschäftigt, bis die Bürgervereinigung bei einer Begehung mit dem Stadtkonservator Krings durch das Gebäude versuchte, den Denkmalschutz zu erreichen, da das Gebäude – so der Verein, „vom Geist der Zeit der selbständigen Gemeinde Rodenkirchen“ erzähle. Außerdem war ein wichtiger Grund der zentrale Standort an der Hauptstraße, da das Bezirksrathaus über 100 000 Besucher jährlich hat.

2005

Im Januar 2005 teilte der Stadtkonservator mit, dass er keinen Denkmalschutz erheben könne. Die Bürgervereinigung hatte um eine Begutachtung gebeten.

2006

Am 27.4.2006 berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger über mögliche neue Standorte in Rodenkirchen.

2007

2007 diskutierten CDU und SPD noch die Sanierung, doch war die SPD grundsätzlich für den Neubau, in der Hoffnung auf schnelle Realisierung.

2008

Ratsbeschluss zum Neubau:

Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung vom 04.03.2008 zum „Neubau des Bezirksrathauses Rodenkirchen (Nr. 4946/2007)“ beschlossen, die städtische Liegenschaft Hauptstraße 85 als Standort für das Bezirksrathaus Rodenkirchen dauerhaft beizubehalten und die Verwaltung mit der Planung eines Neubaus für das Bezirksrathaus Rodenkirchen zu beauftragen.

Folgende weitere inhaltliche Vorgaben wurden dabei der Verwaltung gemacht:

– erkennbar bessere Wirtschaftlichkeit anzustreben

– in die Planungsüberlegungen die umgebenden Grundstücke einzubeziehen

– Auslobung eines Architektenwettbewerbs

– max. 60 Monate zur Realisierung

– halbjährlicher Sachstandsbericht an die Bezirksvertretung Rodenkirchen

Ulrike Süsser berichtet im Kölner Stadt-Anzeiger: „Nach Jahren steht nun fest: Das Rathaus wird am alten Standort neu erbaut. In fünf Jahren soll das neue Rathaus fertig sein. Im Februar wird ein Architektenwettbewerb ausgelobt.” (5.11.2008)

Folgende Zeitschiene war vorgegeben:

Zeit Ziel: Baufertigstellung April 2013

Städtebaulicher Wettbewerb: bis Februar 2009

Vergabeverfahren (EU-weites Verhandlungsverfahren, 3- stufig)

Ergebnis: Vertragsschluss mit Investor bis IV 2010

Planung Neubau durch Investor IV 2010 – IV 2011

Parallel: Abriss Bestandsgebäude IV 2010 – III 2011

Bauzeit Neubau IV 2011 – April 2013

Der angesprochene begrenzte Wettbewerb wurde im Oktober 2008 ausgeschrieben und Abgabetermin war der 12.12.2008. Die Preise und Entschädigungen hatten einen Wert von 51 000 €.  Im Februar 2009 wurden die Wettbewerbsergebnisse ausgestellt.

2009/2010

Die Gebäudewirtschaft verschickte ein EXPOSE vom 18.11.2009 an Makler und unter www.stadt-koeln.de wurde es am 04.01.2010 veröffentlicht.

Überschrift: Stadt Köln sucht Büroflächen im Stadtbezirk Rodenkirchen. Darin wird eine Mietdauer von 30 Monaten angegeben ab 4.Quartal 2010/1. Quartal 2011. Für die Standortqualität ist u.a. „die gute Erreichbarkeit für die Bürger/innen mit dem ÖPNV“  wichtig.

Die Kölnische Rundschau berichtete am 21.4.2010, dass der Stadtkämmerer Dr. Norbert Walter-Borjans das Verfahren für den Neubau des Rathauses aufgehalten hat. Es sollten noch einmal Alternativen zum Neubau oder zur Sanierung gesucht werden. Dann hatte man wohl eine Idee und am 14.11.2011 teilte das Presseamt mit: “Errichtung durch die Zusatzversorgungskasse der Stadt Köln (ZVK) ist die wirtschaftlichste Lösung.” In der Beschlussvorlage stand, dass die ZVK mit einer Rendite von 4 % rechnet. Doch da konnte ein Rodenkirchener Bürger besser und genauer rechnen und belegte, dass die Stadt Köln mit einem Kommunalkredit kostengünstiger bauen könne und somit eine Bevorzugung einer städtischen Einrichtung gegeben ist – und das ist verboten.

2012

Schnell ließ die Stadt diesen “genialen” Plan fallen. Am 15.05.2012 hat der Rat mit Vorlage Nr. 1273/2012 den Beschluss vom 13.10.2011 (Neubau des Rathauses durch die ZVK) aufgehoben, da der Neubau des Bezirksrathauses unter der Bauherrschaft der Gebäudewirtschaft infolge günstigerer Zinsen mit

Kommunalkrediten wirtschaftlicher sei. Dieser Ratsbeschluss nach Dringlichkeitsentscheidung Nr. 1560/2012 der BV-Rodenkirchen, ist die heutige Beschlusslage.

Und es trat Stillstand ein. Axel Rostek von der Gebäudewirtschaft erklärte dem Vorsitzenden der Bürgervereinigung Rodenkirchen, Dieter Maretzky, noch im Mai  2012: “Wir haben keine Zeit dafür, müssen Kitas und Flüchtlingsheime bauen, und das Gebäude funktioniert doch”.  Das berichtete der Bilderbogen in seiner Dezemberausgabe 2012 ebenso eindeutig. Alle Mitglieder der Bezirksvertretung waren empört. Es geschah nichts, was die Öffentlichkeit erfuhr.

2013

Am 21. Januar 2013 sagte Oberbürgermeister Jochen Roters in der BV-Rodenkirchen, dass aufgrund der Haushaltslage und der nicht absehbaren Notwendigkeit, ob ein Rathaus in dieser Form in 10 Jahren noch im Stadtbezirk erforderlich sei, das Rathaus funktionsfähig erhalten bleiben müsse, aber kein Neubau errichtet werde.  Das alles ohne Reaktion der SPD, die heute so vehement auf einen schnellen Neubau drängt! Es ist klar, dass der OB diese ganz neue Aussage nur in Abstimmung mit  Stadtdirektor Guido Kahlen – und entgegen dem Ratsbeschluss vom 15.05.2012  – gemacht hat.

2014

Doch dann veranstaltete Bezirksbürgermeister Mike Homann eine Malaktion an der Front des Rathauses im Februar 2014, mit der er „dem notwendigen Entwicklungsprozess in plakativer und hochwertiger Weise einen erneuten Anschub geben” wolle. Bei der Feier zum 50-jährigen Jubiläum der Bürgervereinigung Rodenkirchen am 7.9.2014 vor dem Rathaus gab Oberbürgermeister Roters bekannt, dass noch in seiner Amtszeit mit dem Abriss des Rathauses begonnen werde.

2015

In der Januarsitzung der Bezirksvertretung kam es auf Wunsch der Fraktion Die Grünen zu einer aktuellen Stunde zu diesem Thema. Eine Bauzeit von zwei Jahren ist möglich (siehe oben), aber laut Aussage von Hans Stommel, Amt für Personal, Organisation und Innovation, wird jetzt mit einem Ersatzstandort für bis zu acht Jahren gerechnet. Und wenn er denn gefunden ist, muss dort für die technische Infrastruktur wie Datenverarbeitung massiv investiert werden (bis zu 400 000 €).

4000 qm Bürofläche sind im Stadtbezirk knapp und wenn sie nicht gefunden werden, bleibt alles so wie es ist?

Nein, dass die unendliche Geschichte so weiter geht, muss nun ein Ende haben: Die Sanierung ist angesagt! Oder doch ein Abriss? Im Mai 2017 wurde Asbest festgestellt.

Auf dem Parkplatz an der Oststr. könnte ein provisorisches Bürogebäude aus Containern – als Ausweichplatz für eine oder zwei zu sanierenden Etagen des Rathauses – errichtet werden, damit die Sanierung zügig erfolgen kann.

Ein erfahrener Unternehmer hat der Bürgervereinigung versichert, dass das keine zwei Jahre dauern würde und leistbar sei. Ein namhafter Rodenkirchener Architekt sagte, dass man das vorhandene Gebäude auch attraktiver gestalten könne, z.B. den Fensterbereich des Sitzungssaales entsprechend vergrößern.

Außerdem gibt es im Haushalt der Stadt bislang keine Mittel für einen Neubau.

Der Ratsbeschluss vom 29.1.2008, muss jetzt umgesetzt werden:

„Im Rahmen des in der Vergangenheit verfolgten Konzeptes der Stärkung der Strukturen innerhalb der Stadtbezirke, das unter anderem auch auf eine exponierte Lage der Rathäuser in den Bezirken ausgelegt war, wurden die Bezirksrathäuser Kalk, Mülheim, Nippes und Lindenthal errichtet. Für das Bürgeramt Rodenkirchen wurde zunächst eine Sanierung und eine Bedarfserweiterung am Standort Hauptstraße 85 verfolgt.”

Das alles führte dazu, dass eine Mehrheit in der Bezirksvertretung die Ersatzstandorte ablehnten und am 26.3.2015 für den Verbleib im Rathaus votierten.

Wichtige Teile des Beschlusses waren:

  • Die Sanierungsmaßnahmen am bestehenden Gebäude sind so auszurichten, dass insbesondere die Bedingungen des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit eingehalten werden. Ggf. ist kurzfristig auf Bürocontainer auf dem Rathausparkplatz auszuweichen.
  • Die Vergleichsrechnung zwischen Neubau und Generalsanierung, die dem Ratsbeschluss vom 15.05.2012 zugrunde lag, soll mit Planungsbeginn auf einen aktuellen Stand fortgeschrieben werden.
  • Die Gesamtdauer bis zum Bezug des neuen Gebäudes sollte nicht länger als 7 Jahre betragen.

In einer Mitteilung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion teilte die Verwaltung am 7.12.2015 in der Bezirksvertretung mit, dass kleinere Instandhaltungsmaßnahmen zum Weiterbetrieb des Rathauses durchgeführt worden sind, jedoch eine Reihe Maßnahmen terminiert oder geplant seien.

Die gestellte Frage, wie weit die Neubauplanung sei, wird sehr nebulös beantwortet. Das Raum- und Funktionsprogramm sei veraltet und muss neu gemacht werden, danach könne das VOF-Verfahren erst begonnen werden und außerdem habe die Gebäudewirtschaft zu wenige Architekten und Bauingenieure. Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass es keinen Zeitplan für die Planung gibt und sie auch nur „in Aussicht gestellt“ wird.

Ulrike Süsser schrieb im Kölner Stadt-Anzeiger am 10.12.2015: „…ist es doch zumindest eine Überlegung wert, die Sanierung des Hauses … noch einmal zu diskutieren.“

Wir weisen darauf hin, dass im  letzten Jahr Bezirksrathäuser saniert oder neu gestaltet wurden, so z.B. Chorweiler mit 7,1 Millionen €. Warum wird der Stadtbezirk Rodenkirchen so unfair behandelt?

Unsere Forderungen:

  • Umgehende Sanierung des vorhandenen Rathauses und Schaffung der Barrierefreiheit
  • schnelle Planung und Umsetzung
  • verbindlicher Zeitplan mit Vertragsstrafen für beteiligte Firmen
  • Schaffung eines Jugendzentrums im Untergeschoss

2017

Die Amtsübernahme des neuen Stadtdirektors, Dr. Stephan Keller, nahm Dieter Maretzky zum Anlass, an Herrn Dr. Keller am 27. Februar 2017 ein Schreiben zu richten. Zitat: „Die peinlichste Posse in Rodenkirchen ist die unendliche Geschichte unseres Rathauses, das für uns eine sehr wichtige Aufgabe hat: Es ist ein Zeugnis für die Zeit vor 1975, als die Gemeinde Rodenkirchen noch selbstständig war, hat einen Architekturpreis bekommen und ist dringend sanierungsbedürftig. Wenn man Gebäude so behandelt wie es in Köln üblich ist, werden sie zu Schandflecken, für die sie selbst nicht verantwortlich sind. Wir pflegen seit 2004 die Blumenkübel und zehn direkt am Rathaus gelegene Blumenbeete an und auf der Hauptstraße, um ein attraktives Ortszentrum mit zu gestalten.

Ich habe die Entwicklung zum Thema Rathaus dokumentiert und lege Ihnen den Text bei. Unsere Zusammenarbeit mit dem Bürgeramt ist vertrauensvoll und ein ständiger Dialog ist uns sehr wichtig. Ich bin gespannt, ob vor der nächsten Kommunalwahl hier etwas wirklich geschehen wird.“

Mitte April antwortete Herr Keller (für Herrn Tempski):

In der Sitzung am 18.9.2017 stellten die FDP und die Grünen den Antrag, auf den Neubau des Rathauses zu Gunsten der dringend notwendigen Schulbauten zu verzichten. Mit 10 zu 9 Stimmen wurde in geheimer Abstimmung dieser Antrag abgelehnt und so der Weg für den Neubau freigemacht. Von der Gebäudewirtschaft war die Objektleiterin Astrid Schüssler anwesend, die erklärte, dass das Geld vorhanden sei und da ein Totalunternehmer mit dem Bau beauftragt werden soll, werden keine Ressourcen der Gebäudewirtschaft zu Lasten des Schulbaus in Anspruch genommen.

Inzwischen ist mit Abgabeschluss zum 11. Oktober 2017 ein nichtoffener Realisierungswettbewerb zum Neubau des Bezirksrathauses Rodenkirchen ausgeschrieben, der Gebäudetyp soll als Büro, Verwaltung und Handel geplant werden.

Wie geht es weiter?

  • „Insgesamt sind 12 Architekturbüros als Generalplaner mit einem Team aus Fachplanern am Planungswettbewerb vorgesehen. Die Generalplanerteams decken die Disziplinen Architektur, TGA-Planung, Tragwerksplanung, Landschaftsarchitektur, Bauphysik und Stadtplanung ab.“
  • 10.2017 Versand der digitalen Unterlagen
  • 11.2017 Schriftliche Rückfragen (bis 12:00 Uhr)
  • 11.2017 Kolloquium
  • 01.2018 Abgabe Pläne (bis 15.00 Uhr)
  • 01.2018 Abgabe Modelle (bis 15.00 Uhr)
  • 03.2018 Preisgerichtssitzung

Danach erfolgen erst die nächsten Schritte, europaweite Ausschreibung, Beteiligung und Beschlussfassung in den zuständigen politischen Gremien.

Aus der Beschreibung zum Wettbewerb kann man weiterhin entnehmen:

„Das zugrundeliegende Konzept sieht anstelle des heutigen achtgeschossigen Rathausbaus einen Neubau mit fünf Vollgeschossen vor sowie eine deutlich attraktivere Wegeverbindung zwischen dem Rathausplatz an der Hauptstraße und dem Rheinufer.

Die Bausumme wird derzeit mit 13,9 Mio. EUR (Kostengruppen 300-400 netto) veranschlagt.

Die oberirdische Brutto-Geschossflächen beträgt ca. 5.000 m².

Der Abbruch und Ersatzneubau für das Rathaus, einschließlich der zugehörigen Tiefgarage und der Neugestaltung des Rathausvorplatzes, soll bis 2021 durch ein Totalunternehmen schlüsselfertig errichtet werden.“

Wie daraus zu entnehmen ist, werden bei dieser Planung dringend notwendige Einrichtungen nicht berücksichtigt:

  • Schaffung von Räumen für Jugendliche
  • Ein dem Bedarf angepasster Bürgersaal, nicht nur ein Sitzungssaal für die Bezirksvertretung
  • Platz in Verbindung mit dem Bürgersaal für die Stadtteilbibliothek Rodenkirchen (der aktuelle Standort an der Schillingsrotter Str. ist bedroht!).

Unsere Forderung: Wenn schon Geld für einen Neubau ausgegeben werden soll, dann aber auch die Bedürfnisse der Bürger und Anlieger berücksichtigen, nicht nur der Verwaltung und Politik!

Dieter Maretzky 9.2.2015/ aktualisiert am 12.12.2015/Teilaktualsiert Juni 2017 und Oktober 2017

Wo ist das Geld für das Rathaus?
Beschlussvorlage für den Neubau des Rathauses
[Nachfolgende Zip-Dokumente sind technisch derzeit nicht einsehbar]
Rathaus Ro Planung liegt auf dem Eis 201[…]
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Standort Bahnstraße in der Diskussion 2002
Rathaus Rodenkirchen KStA 2002 Bahnstr..[…]
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Neubau Rathaus
Neubau Rathaus 2007 rodenkirchen.de.zip
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Neues Rathaus 2008 bericht rodenkirchen.[…]
Archivdatei im ZIP Format [179.7 KB]
Ergebnis des Wettbewerbes
RaRo Wettbewerb Ergebnis KStA 25.3.2009.[…]
Archivdatei im ZIP Format [211.5 KB]
Unser Versuch, das Rathaus unter Denkmalschutz zu stellen.
Rathaus Rodenkirchen Baunetz 2005.zip
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