
Gruppenbild mit Rodenkirchener Dreigestirn und den beiden Vorsitzenden der Bürgervereinigung Rodenkirchen.
Der Neujahrsempfang 2026 der Bürgervereinigung Rodenkirchen bot beste Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen regen Austausch zu pflegen. Auch die karnevalistische Stimmung, kölsche Töne und das Schunkeln kamen dank des stimmungsvollen Auftritts des Dreigestirns der Altgemeinde Rodenkirchen nicht zu kurz. Zwischendurch erfreuten sich die Anwesenden an den sanften Balladen von Hanna Jaksch. Sie ist Sängerin und Songwriterin, die eigene Lieder schreibt und sich mit der Gitarre begleitet.
Über 200 Gäste waren der Einladung am 18. Januar 2026 in die großzügigen Räume der CBS University of Applied Sciences am Campus Köln in Rodenkirchen gefolgt. Unter ihnen waren u.a. Eileen Woestmann (MdL), die Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller, zahlreiche Politikerinnen und Politiker aus dem Rat der Stadt Köln, aus der Bezirksvertretung Rodenkirchen sowie die Leitung des Bezirksamts Köln-Rodenkirchen. Zu Gast waren aber auch viele Bürgervereine aus dem Kölner Süden, Menschen aus der Stadtgesellschaft, kirchliche, soziale und künstlerische Organisationen, Schulen und vor allem zahlreiche Mitglieder der Bürgervereinigung.
Reden auf dem Neujahrsempfang 2026
Durch alle Reden zog sich wie ein roter Faden der Wunsch, gemeinsam die Zukunft Rodenkirchens zu gestalten und unsere demokratischen Werte zu schützen.
Unter dem zentralen Leitmotiv „Gemeinsam“ begrüßte Wolfgang Behrendt, 1. Vorsitzender der Bürgervereinigung Rodenkirchen, die Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang. In seiner Grundsatzrede zog Behrendt eine Bilanz zwischen weltpolitischer Verunsicherung und dem dringenden Handlungsbedarf vor der eigenen Haustür.
Fokus auf den lokalen Zusammenhalt
Angesichts globaler Krisen und des zunehmenden „Rechts des Stärkeren“ in der Weltpolitik plädierte Behrendt leidenschaftlich für eine Besinnung auf das Engagement im lokalen Bereich. „Da wir die Weltgeschehnisse nicht ändern können, sollten wir uns deshalb auf die Dinge besinnen, die in unserem Einflussbereich liegen“, so Behrendt. Er betonte, dass Bürgerbeteiligung kein Störfaktor, sondern ein „Schatz“ sei. Während der persönliche Austausch mit Politik und Verwaltung auf Bezirksebene gut funktioniere, kritisierte er die Zusammenarbeit mit der „anonymen Stadtverwaltung“ als zunehmend mühselig.
Kritik an den vier Schandflecken von Rodenkirchen

Wofgang Behrendt, 1. Vorsitzender der Bürgervereinigung, redet am Neujahrsempfang 2026
Deutliche Worte fand der Vorsitzende für den Zustand prominenter Immobilien im Ortskern. Behrendt bezeichnete das „Treppchen“, die „Rheinstation/Kahlshof“, die Baulücke an der Barbarastraße sowie den „Sommershof“ als die „vier Schandflecke“ Rodenkirchens. Er erinnerte die Eigentümer an ihre soziale Verpflichtung gemäß Grundgesetz: „Eigentum verpflichtet.“ Die Problematik am Sommershof und der Zustand des Barbaraplätzchens seien für die Bürgerinnen und Bürger so nicht länger hinnehmbar. Auch hier müssen die Stadt und ihre Ämter endlich aktiv werden, so der Vorsitzende.
Sorge um Schulwegsicherheit und körperliche Unversehrtheit
Ein weiteres Kernthema der Rede war die Sicherheit der rund 6.000 Schülerinnen und Schüler, die tagtäglich zu den Schulen am Sürther Feld unterwegs sind. Behrendt kritisierte die Einschätzung der Polizei, die das Gebiet nicht als Unfallschwerpunkt sieht und somit keinen Handlungsbedarf erkennt. „Jeder, der morgens um 8 Uhr zwischen EMA und Gesamtschule unterwegs ist, sorgt sich um seine körperliche Unversehrtheit“, entgegnete Behrendt und forderte einen parteiübergreifenden Ortstermin sowie die längst versprochenen Verkehrskonzepte.
Zukunftsvision und Vereinsbelange
Bei aller Kritik hob Behrendt auch positive Entwicklungen hervor, wie den zügigen Ausbau der Kreuzungen an der Weißer und Sürther Straße, wobei es durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten gebe. Für die eigene Vereinsarbeit äußerte er einen dringenden Wunsch: Die Bürgervereinigung sucht weiterhin nach einem zentralen, bezahlbaren Raum in Rodenkirchen für Bürgersprechstunden und Archivzwecke.
Wolfgang Behrendt schloss seine Rede mit einem Appell an die Generationen, wieder mehr ohne digitale Ablenkung in den Dialog zu treten, dies besonders in den Familien.
Er beendete seine Rede mit dem Motto: „Gemeinsam schaffen wir mehr als allein!“
Hier finden Sie die ganze Rede von Wolfgang Behrendt
CBS-Geschäftsführer Prof. Willers: Bedeutung von Bildung und lokaler Vernetzung

Prof. Dr. Christoph Willers, Geschäftsführer der CBS, hieß die Gäste willkommen.
In seiner Begrüßungsrede unterstrich Prof. Dr. Christoph Willers, Geschäftsführer der CBS, die Rolle der Hochschule als aktiver Teil der Rodenkirchener Gemeinschaft und Impulsgeber für gesellschaftlichen Wandel.
Verantwortung über den Campus hinaus: Unter dem zentralen Credo der Hochschule, „Creating Tomorrow“, schlug Prof. Willers die Brücke von der akademischen Ausbildung zur lokalen Verantwortung. Er betonte, dass die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt – von der Digitalisierung bis zur Nachhaltigkeit – nur durch einen engen Dialog zwischen Wissenschaft und Bürgerschaft bewältigt werden können. „Wir bilden hier die Gestalter von morgen aus, aber die Zukunft beginnt vor unserer Haustür in Rodenkirchen“, so Willers.
Hochschule als Ort der Begegnung
Prof. Willers hob hervor, dass die CBS mehr sein wolle als eine reine Bildungsstätte. Durch die Öffnung des Campus für Veranstaltungen wie den Neujahrsempfang solle ein lebendiger „Ort des Austauschs“ entstehen. Er würdigte das Engagement der Bürgervereinigung, die sich seit Jahrzehnten für die Lebensqualität im Kölner Süden einsetzt, und bot an, die Expertise der Hochschule in lokale Projekte – etwa in den Bereichen Wirtschaft, Soziales und Stadtteilentwicklung – verstärkt einzubringen.
Positive Impulse für das Jahr 2026
Trotz globaler Unsicherheiten blickte Willers optimistisch auf das neue Jahr. Man solle nicht nur auf das Vergangene schauen. Er verwies auf die wachsende Zahl von rund 4.000 Studierenden an den CBS-Standorten, unter ihnen Studierende aus 75 Nationen an der Business School in Köln, und die Bedeutung von Bildung als wichtigste Ressource für eine stabile Demokratie und einen starken Wirtschaftsstandort. Sein Appell an die Gäste: „Lassen Sie uns gemeinsam den Wandel gestalten, mutig neue Wege gehen und die Stärken unseres Viertels nutzen.“
Hier lesen Sie die ganze Rede von Prof. Willers
Rede der Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller

Bezirksbürgermeisterin Dr. Sabine Müller bei ihrer Rede auf dem Neujahrsempfang 2026 in Rodenkirchen
Frau Dr. Sabine Müller (Die Grünen), seit 2025 neue Bezirksbürgermeisterin Rodenkirchen, hielt in Vertretung von Oberbürgermeister Torsten Burmester eine Ansprache. Wie die anderen Redner beschrieb sie die Wichtigkeit des gemeinsamen Engagements für die Demokratie. Sie freute sich über die Frauen-Power in der Bezirksvertretung Rodenkirchen mit Petra Müller (CDU) als 1. und Elisabeth Sandow (SPD) als 2. stellvertretende Bezirksbürgermeisterin.
Frau Müller berichtete, dass sie bereits seit rund 20 Jahren Mitglied in der Bürgervereinigung Rodenkirchen ist. Sie freue sich über die Einladung und besonders über den Austausch mit dem Verein und den Gästen. „Ich habe ein offenes Ohr. Wenn Sie Anliegen haben, sprechen Sie mich einfach an oder stellen sie einen Antrag für unsere Sitzungen“, bot Sabine Müller sowohl dem Verein als auch den Bürgerinnen und Bürgern im Bezirk an.
Handlungsbedarf in Rodenkirchen
Die Bezirksbürgermeisterin sieht bei einigen Punkten in Rodenkirchen Handlungsbedarf. So hob sie u.a. die Sauberkeit und Sicherheit hervor. Obwohl das Ordnungsamt sehr aktiv sei, gebe es durchaus Verbesserungsmöglichkeiten. Die Verschönerung des Veedels sei ihr auch wichtig. So kann sie sich mehr Grün z.B. in Blumenkübeln, die derzeit verwaist sind, gut vorstellen.
An einigen Stellen in Rodenkirchen müsste mehr für die Verkehrssicherheit von Kindern und Senioren getan werden. Rücksichtloses Verhalten im Straßenverkehr müsse deshalb sanktioniert werden, forderte die Bezirksbürgermeisterin.
Auch der Klimawandel macht natürlich keinen Halt vor Rodenkirchen. So gibt es eine Karte mit den kühlen und heißen Orten im Bezirk. Der sonnige und beliebte Maternusplatz, wo sich Jung und Alt gerne aufhalten, zählt zu den heißen Orten. Hier wünschte sich die Bezirksbürgermeisterin mehr Schatten und regte einen Vorort-Termin an. Straßen und Plätze kühlen könne man beispielsweise durch geeignete Entsiegelungsmaßnahmen, sogar bei kleinen Flächen und Anpflanzungen.
Sabine Müller freute sich über die starke Wahlbeteiligung im Bezirk II bei der Kommunalwahl 2025 und dass hier so viele Menschen demokratische Parteien wählten.
Highlight: Auftritt des Dreigestirns

Das Dreigestirn Rodenkirchen ehrte Beatrix Polgar-Stüwe und Barbara Brunotte aus dem Vorstand mit Karnevalsorden für ihr Engagement.
Krönender Abschluss des Neujahrsempfangs war der Einzug des Dreigestirns der Rodenkirchener Altgemeinde. In dieser Session verkörpern Prinz André Skibbe, Bauer Alexander Reimer und Jungfrau Berthold Tobjinski die traditionellen Rollen des Dreigestirns.
Das Dreigestirn gab sein Bestes, nicht nur für die karnevalistische Stimmung! Prinz André, selbst Mitglied der Bürgervereinigung, hielt eine sehr gelungene Rede und lobte den Einsatz der Bürgervereinigung Rodenkirchen für den Ort.
Die Bürgervereinigung Rodenkirchen dankt der CBS, besonders Prof. Willers, Frau Zaeske, dem gesamten Hochschulteam und allen helfenden Händen für das großartige Gelingen des Neujahrsempfangs 2026. Dankbar sind wir der CBS, dass wir ihre Räumlichkeiten nutzen durften! Merci an die Sängerin Hanna! Großes Dankeschön an die Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller für ihre Rede! Danke an Herrn Bolg, der für die leckeren Suppen sorgte! Lieben Dank an die Helferinnen und Helfer bei den Getränken und an der Garderobe! Wir danken herzlich dem Dreigestirn der Altgemeinde Rodenkirchen, allen voran Prinz André Skibbe, der mit nachdenklichen, aber mutmachenden Worten das Programm wundervoll abrundete.
Redaktion: Beatrix Polgar-Stüwe

Über 200 Gäste waren zum Neujahrsempfang 2026 in die CBS gekommen

Highlight: Das Dreigestirn der Altgemeinde Rodenkirchen

Stimmungsvolle Balladen von Sängerin Hanna Jaksch vorgetragen

Am Ende des Empfangs ging es zum Gruppenfoto mit dem Rodenkirchener Dreigestirn, VIPs aus der Politik und den Vereinsvorsitzenden

Wolfgang Behrendt stellte den neuen Vorstand der Bürgervereinigung vor
Videos:
Mit Foto/Videos von Elke Ohrem, Beatrix Polgar-Stüwe, Stephan Kaschny, Heinz Stüwe
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