Dem Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers (1926–2007) widmet das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) die Ausstellung „Architektur als Idee“. Am 12. Juli 2026 wäre der bekannte Kölner Architekt 100 Jahre alt geworden. Das Museum möchte mit der Schau den international einflussreichen Architekten, Theoretiker und Hochschullehrer würdigen, der Architektur als geistige Disziplin verstand.
Die Bürgervereinigung Rodenkirchen lädt am Mittwoch, 26. August 2026 von 11 bis 12.30 Uhr zu dieser Sonderausstellung ein. Treffen ist um 10.45 Uhr an der Kasse des MAKK. Es können maximal 20 Personen teilnehmen. Kunsthistorikerin Mareike Fänger führt die Gruppe.
Mitglieder zahlen 5 €, Nicht-Mitglieder 10 € für unsere Führung zuzüglich 7 € für den Eintritt ins Museum. Adresse: Museum für Angewandte Kunst Köln, An der Rechtschule 7, 50667 Köln
Oswald Mathias Ungers: Architektur als Gesamtkunstwerk
Im Mittelpunkt steht sein Ungers Ansatz, die Architektur als Disziplin des Denkens zu begreifen. Eine geometrische Ordnung, in der Raum, Proportion und Kunst bewusst aufeinander bezogen sind. Gerade im Spannungsfeld von Funktion, Nachhaltigkeit und Gestaltung wirkt dieses Verständnis aktuell. Die Ausstellung lädt somit dazu ein, O.M. Ungers’ Werk im Dialog von Architektur, Design, Kunst und Umwelt neu zu betrachten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Ungers’ Vorstellung vom Gesamtkunstwerk. Wenn es die Bauherren zuließen, gestaltete er nicht nur Gebäude, sondern auch Innenräume, Möblierung, Farbkonzepte und Außenanlagen. Die Ausstellung präsentiert unter anderem Projekte, in denen dieser Anspruch besonders deutlich wird. Beispielsweise die Residenz des deutschen Botschafters in Washington, D.C., die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe oder die Geschäftsräume der Hypo Bank in Düsseldorf. Hier greifen Architektur, Design, Kunst und Landschaft ineinander und bilden eine geschlossene Ordnung.
Aber auch sein eigenes Kölner Wohn- und Arbeitshaus in der Belvederestraße 60 am Rande von Müngersdorf veranschaulicht die Ausstellung anhand von Fotos, Zeichnungen und Grundrissen. Heute beherbergt sein Haus die Stiftung Ungers Archiv für Architekturwissenschaft. Mehr über das Haus und Archiv auf https://www.aknw.de/aktuelles/news/details/news/ungers-archiv-schatzkiste-voller-architektur
Über Oswald Mathias Ungers
Oswald Mathias Ungers wurde im rheinland-pfälzischen Kaiserseschs geboren. Nach dem Krieg diplomierte er in Architektur an der TH Karlsruhe bei Prof. Egon Eiermann, dem bedeutenden deutschen Architekten und Möbeldesigner der Nachkriegsmoderne.
Zuerst war Ungers als selbständiger Architekt tätig in Köln. 1963 wurde an die TU Berlin berufen und war dort Dekan der Architekturfakultät. 1968 siedelte er mit seiner Familie in die USA, war dort u.a. auch Dekan an der Cornell University und Gastprofessor an der Harvard University. Zwischendurch kehrte er auch immer wieder nach Deutschland zurück, nahm aber verschiedene Gastprofessuren im Ausland an. Seit 1997 erhielt er verschiedene Auszeichnungen, u.a. das Bundesverdienstkreuz, Ehrendoktorwürden. O.M. Ungers starb 2007 in Köln.


