Spannender Rundgang …

Das Foto zeigt das Haus Seewald an der Uferstraße 11 (1927 nach Plänen von Theodor Merrill erbaut) Foto: Dieter Maretzky

… zu den historischen Rodenkirchener Villen am Rhein und im Auenviertel

Die Bürgervereinigung Rodenkirchen hatte am 10. und am 11. September 2016 zum Tag des offenen Denkmals eingeladen zu einem Rundgang zu den Villen. Traditionell beteiligt sich die Bürgervereinigung an diesem Programm seit einigen Jahren. Diesmal gab es zwei Führungen zu den Villen Rodenkirchens von der Straße im Park bis zum Auenweg. Als Guide konnten wir die renommierte Stadtführerin und Kunsthistorikerin Angelika Lehndorff-Felsko gewinnen. Die beiden Führungen waren im Nu ausgebucht, und so wird es eine weitere Führung am 23.10. (ausgebucht) und im Kultur.Frühling@Rodenkirchen im Mai 2017 geben.

Frau Lehndorff-Felsko erläuterte, warum der Villenbau in Rodenkirchen sich so besonders entwickelte. Voraussetzungen dafür waren eine gute Verkehrsanbindung (1905 Rheinuferbahn), ausgebaute Straßen (Rheinuferstraße), und dazu kam auch die Sehnsucht der Menschen nach frischer Luft und draussen sein zu können. Nach der Entwicklung Marienburgs zur englischen Gartenstadt setzte die Bebauung Rodenkirchens ein. Vertreten waren unterschiedliche Architekturschulen. Baubeginn war das Jahr 1910 und die Bauhäuser in der Straße „Im Park“ wurden 1929 und 1930 gebaut. Diese Häuser fanden internationale Resonanz. Sie wurden nach den fünf Prinzipien von Corbusier gebaut. Das Dritte Reich bedeutete auch das Aus für den Bauhausstil, er galt als „undeutsch“. Denn es hieß: „Ein deutsches Haus hat ein Spitzdach.“ Ein Haus ohne Dach gleiche einem Menschen ohne Kopf, war damals die Meinung, so Lehndorff-Felsko.

Theodor Merrill baute das Haus Seewald an der Uferstraße 11/Ecke Walther Rathenau-Str., Hans Schuchmacher das Haus Loosen in der Straße Im Park 8.

Bei den klassizistischen Villen am Rhein und an der Moltkestraße konnten die Teilnehmer eine Reihe von verschiedenen Stilelementen entdecken, wie beispielsweise bis zum Dach hochgezogene Fenster, gemischt mit Jugendstil-Elementen und die Zwerchhäuser, die im Unterschied zur Gaube unabhängig von den Außenwänden auf dem Dach positioniert sind.