Lesung: Notre Dame de Dada – Luise Straus – das dramatische Leben der ersten Frau von Max Ernst

Urheber: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Urheber: Verlag Kiepenheuer & Witsch

In der bis auf den letzten Platz ausverkauften Stadtbibliothek Rodenkichen fand die Lesung von Eva Weissweiler statt. Auf Einladung von Literamus und der Bürgervereinigung Rodenkirchen las am 10. März 2017 die bekannte Kölner Autorin aus ihrem neuen Buch „Notre Dame de Dada“ Luise Straus – das dramatische Leben der ersten Frau von Max Ernst. Der Abend war hoch spannend und Eva Weissweiler gelang es in eindrucksvoller Weise, den Gästen die ungewöhnliche, zugleich traurige Lebensgeschichte von Luise Straus, einer engagierten Frau in der Weimarer Republik und Nazi-Zeit nahezubringen.

Eva Weissweiler, promovierte Musikwissenschaftlerin und Autorin von Romanen, Kurzgeschichten und Hörspielen, lebt in Köln. In ihrem faszinierenden Buch geht es um die Kölner Künstlerin und Journalistin Luise Straus-Ernst, genannt Lou, die erste Frau des surrealistischen Malers Max Ernst. Als eine der ersten promovierten Kunsthistorikerinnen ihrer Generation förderte sie nicht nur das Gesamtwerk ihres Mannes, sondern auch die Kölner Dada-Bewegung der 1920er Jahre.

In der Wohnung des Paares verkehrten Paul Klee, André Breton, Paul Eluard und Tristan Tzara. Als die Ehe nach wenigen Jahren zerbrach und Max Ernst nach Paris ging, blieb Luise mit dem gemeinsamen Sohn in Köln. 1933 floh auch sie nach Frankreich, engagierte sich in der Résistance und fand während der deutschen Besatzung Zuflucht an der Küste. Dort schrieb sie ihre Autobiografie und wartete vergeblich auf ein Ausreisevisum. Unter mysteriösen Umständen wurde das Ausreisevisum für das „Ehepaar Ernst“ im letzten Moment für ungültig erklärt. In Begleitung der berühmten Kunstsammlerin Peggy Guggenheim, die er später heiratete, reiste nur Max Ernst nach Amerika. Der gemeinsame Sohn wanderte bereits zuvor in die USA aus. Luise Straus-Ernst konnte Frankreich nicht mehr verlassen und wurde 1944 mit einem der letzten Konvois Richtung Osten als Jüdin nach Auschwitz deportiert. Sie starb dort mit 51 Jahren. Eva Weissweiler hat ihre ungewöhnliche Lebensgeschichte fesselnd aufgeschrieben und Leben und Werk dieser ungewöhnlichen Frau neu entdeckt.

Informationen auf www.literamus.de
Interessierte finden auch hier weiterführende Informatione zu Luise Straus: www1.wdr.de/fernsehen/west-art/luise-straus-ernst-100.html