Nach der Gründung will der Bürgerverein in den Gemeinderat.

Aus der Geschichte der Bürgervereinigung Rodenkirchen e.V. von 1964 bis 2015

In Rodenkirchen gab es 1964 eine Reihe von Bürgern, die sich um die Zukunft und weitere Entwicklung des Ortes Sorgen machten und sich verpflichtet fühlten, „zum Wohle der Gemeinde Rodenkirchen und deren Bürger ohne Eigennutz zu arbeiten, insbesondere kulturellen Zwecken zu dienen und den Bürgersinn zu pflegen“. Schon damals drohte die Gefahr der zukünftigen Eingemeindung nach Köln.

Ein erstes Treffen in der Buchhandlung Köhl fand am 28.7.1964 statt, und es wurde eine vorläufige Satzung von folgenden Personen errichtet.

Bernhard Manstein, Mathias Reucher, Willi Keuser, Hubert Koch, Michael Schnitzler, Rudolf Köhl, Heinz Schikora. Bei dieser Versammlung wurden gewählt als:

  1. Vorsitzender Bernhard. Manstein
  2. Vorsitzender Rudolf Köhl
  3. Vorsitzender Michael Schnitzler

Geschäftsführer Willi Keuser

Kassierer  Mathias Reucher

Beisitzer: Heinrich Hoss, Eugen Morchel und Heinz Müller.

Die nächste Gemeindewahl stand vor der Tür und der Bürgerverein beschloss als Wählervereinigung aufzutreten und bildete die Liste „Liste 4“.

Das Wahlprogramm der Bürgervereins Rodenkirchen zur Kommunalwahl am 27.9.1964 forderte u.a.: Ein Schwimmbad! Mehr Spielplätze für Kinder! Bau des Gymnasiums beschleunigen! Ortsbild verschönern!

Der Bürgerverein zog mit drei Mitgliedern in den Gemeinderat ein und Rudolf Köhl wurde Vorsitzender des Kulturausschusses. Es gab eine Koalition der SPD mit dem Bürgerverein, die lange Jahre fortgesetzt wurde.

Im Sommer 1967 wurde das neue Rathaus bezogen und ein Kostümfest mit der Kapelle Schnitzler fand im Karneval statt.

Der Bürgerverein der Gemeinde Rodenkirchen wurde beim Amtsgericht am 7.1.1966 unter 24 AR 344/65 als Verein eingetragen. Nach dem Vereinsregisterauszug vom 10. 2.1966 mit den Personen Bernhard Manstein und Jürgen Pahl.

1968 bei der Mitgliederversammlung wurde viel diskutiert: „Kommunalwahl 1969 – Wieder mit dem Bürgerverein“ lautete das Motto. Ort: Sitzungssaal des neuen Rathauses.

1969 waren die wichtigsten Themen der Bürgerversammlung das neue Schulzentrum [IGS]  und die drohende Eingemeindung. Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt am 17.6.1970: „Bürgerverein fühlt sich in der SPD wohl“ Bericht über die Mitgliederversammlung, bei der Heinz Rademacher zum 2. Vorsitzenden gewählt wurde.

21.12.1970 Protokoll über die Fraktionssitzung SPD/BVR. Werner Klaer (SPD) lobt die gute Zusammenarbeit.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit Neuwahlen fand am 1.3.1971 statt: Neuer 1. Vorsitzender wurde Rudolf Köhl, 2. Vorsitzender: Heinz Rademacher, Geschäftsführer Adolf Elsen und Kassenwart: Hellmut Becker.

Der Kölner Stadt-Anzeiger schrieb am 6.3.1971: „Köhl wurde Parteichef“

16.8.1971 Grundsteinlegung für die Gesamtschule Rodenkirchen.

1973 begannen erste offizielle Kontakte mit der nordfranzösischen Stadt „Wattignies“

Das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Köln vom 5. November 1974 wurde am 27. September 1974 vom Landtag angenommen. In die kreisfreie Stadt Köln wurden die Städte Porz am Rhein und Wesseling sowie die Gemeinden Lövenich, Rodenkirchen und Sinnersdorf eingegliedert. Das bedeutete eine große Umstellung für die Rodenkirchener und das Ende der Mitarbeit des Bürgervereines in den politischen Gremien. Neu geschaffen wurden die Bezirksvertretungen.

Die Bezirksvertretung ist für alle Belange des Stadtbezirkes zuständig (Allzuständigkeit im Stadtbezirk), sie hat dabei die allgemeinen vom Rat der Gemeinde erlassenen Richtlinien zu beachten. Hier musste die Stadt Köln dringend nachbessern, denn es werden zu viele, nur den Stadtbezirk betreffende Angelegenheiten, im Stadtrat beschlossen.

1976 nannte sich der Verein um in: „Bürgerverein der Altgemeinde Rodenkirchen/Rh. e.V.“

1978 lud der Bürgerverein zu seinem ersten Neujahrsempfang ein. Der frühere Empfang des Bürgermeisters wurde sehr vermisst, deshalb wurde auf vielfachen Wunsch diese bis heute gepflegte Veranstaltung des Vereines ins Leben gerufen. Der Neujahrsempfang stellt im Stadtbezirk in der Regel eine soziale oder kulturelle Einrichtung vor.

Der Bürgerverein wurde auf Wunsch von Rudolf Köhl 1976 in  „Bürger-Vereinigung der Altgemeinde Rodenkirchen/Rh.“  umbenannt. Rudolf Köhl verstarb im Jahr 1980 an einer schweren Krankheit, sein Stellvertreter Gerhard Gustmann übernahm kommissarisch den Vorsitz für ein Jahr.

Nach der Mitgliederversammlung 1981 wurden im Vereinsregister vom 23.1.1981 umfangreiche Satzungsänderungen vermerkt und Rudolf Köhl und Gerhard Gustmann sind nicht mehr Vorstandsmitglieder, Dieter Maretzky wurde 1. Vorsitzender und Walter Renkawitz zum 2. Vorsitzenden bestellt. Dieter Maretzky war 1974 nach Weiß gezogen und hatte schnell Kontakt zu Rudolf Köhl gefunden. Auch Maretzky lehnte die bevorstehende Eingemeindung ab und wurde Mitglied des Bürgervereins im November 1974 und gleich zum Geschäftsführer gewählt. Für ihn war Rudolf Köhl der richtige Lehrmeister und ein Vorbild: Ständig auf dem aktuellen Stand der Probleme und gut vernetzt. Durch den neuen Vorsitzenden veränderte sich der Verein, der jetzt nicht mehr hauptsächlich die Probleme des Mittelstandes und Geschäftswelt bearbeitete, sondern sich weiteren Themen widmete.

1981 wurde wieder die massive Bebauung des Sürther Feldes geplant, sollte es jedoch noch weitere 30 Jahre bis zum ersten Spatenstich dauern. Bei diesem Thema ist die Bürgervereinigung bis heute am Ball, thematisiert  die mangelnde Infrastruktur, den dringend notwendigen Neubau der Grundschule und die Kita-Situation.

1983 wurde die Satzung neu gefasst und Walter Renkawitz schied als 2. Vorsitzender aus, blieb aber ein engagiertes Mitglied. Reinhold Bardenheier wurde zum 2.Vorsitzenden und Albert Sterrenberg zum Schatzmeister gewählt.

1988 im Januar wurde der Plan, den Godorfer Hafen auszubauen, bekannt. Im Laufe des Jahres gab es heftigen Widerstand aus dem Kölner Süden und das Thema beschäftigt uns bis heute.

1988 schied Albert Sterrenberg aus dem Vorstand aus und Franz Georg Pauly wurde zum Schatzmeister gewählt.

1998 gab es im Vorstand große Veränderungen: Lieselotte Stühlen wurde Geschäftsführerin, Erika Röttgen Schriftführerin und neue Beisitzer wurden Gerda Laufenberg und Dr. Frank Schürmann.

2001 begann das Engagement von Jürgen Müller und Rudolf Heinstein im Vorstand.

Franz-Georg Pauly übergibt sein Amt 2002 an Jan Christian Brand. In der Mitgliederversammlung 2003 wurde Bärbel Hienzsch als Geschäftsführerin in den Vorstand gewählt.

2004 In der Mitgliederversammlung übergab Jan Brandt  das Amt des Schatzmeisters an Herrn Hanspeter Hienzsch. Dieter Broscheid wurde Vorstandsmitglied.

2004 drohten besondere Sparmaßnahmen im Bezirk Rodenkirchen. Das Rathaus soll wegen seines maroden Zustandes verkauft werden und ein Investor an einem anderen Standort ein entsprechendes Gebäude errichten und für die Rodenkirchener sollen die Wege zu den Ämtern erheblich weiter werden. Einige Ämter und Angestellte sollten ab April 2005 das Rathaus, z.B. Ordnungsamt, Amt f. Kindertagesstätten, Gewerbean- und -abmeldung etc. verlassen. Es sollten fast nur ein Rumpf des Bürgeramtes und die Bezirksvertretung übrig bleiben. Das sah die Bürgervereinigung als Verstoß gegen die Gemeindeordnung an und forderte in einem Bürgerantrag, eine solche ungerechte Behandlung der Einwohner des Stadtbezirkes Rodenkirchen nicht umzusetzen. Mit diesem Antrag hatte der Verein Erfolg und der Plan wurde revidiert, trotzdem hatte die Stadt Köln in den letzten 20 Jahren viele Einrichtungen geschlossen oder massiv gekürzt, z.B. die VHS und die Erziehungsberatungsstelle. Bedroht waren auch die Stadtteilbibliothek Rodenkirchen und das Bad Rodenkirchen. In gemeinsamer Aktion mit den Rodenkirchener Vereinen wurde Widerstand geleistet und neue Fördervereine gegründet.

Das Grünflächenamt der Stadt Köln musste ebenso sparen und in der Folge verwahrlosten die Beete auf der Hauptstr. 2004 rief die Bürgervereinigung zur Pflanzaktion auf: „Bürger wollen bunte Inseln!“ Pflanzaktion auf der Rodenkirchener Hauptstraße. Es begann mit dem Beet vor Blumen Jahn, das dann das Blumengeschäft selbst in Pflege nahm. Bis heute betreut die Bürgervereinigung in einer sehr guten Zusammenarbeit mit der Stadt Köln und den Helfern des Vereines neun Blumenbeete und die Blumentöpfe am Rathaus. Das Vorbild hat dazu geführt, dass der Sommershof sich um die dortigen Beete kümmert und die Jungen Unternehmerinnen die Beete auf dem Maternusplatz pflegen.

2006 wurde bei der Jahreshauptversammlung der Bauplan Sürther Feld und das Baugebiet Heinrich-Erpenbach-Straße massiv kritisiert. Die Vereinigung forderte den Bau von Kreisverkehren und stellte die wiederholte Frage nach einem Verkehrskonzept. Breite Grünzüge an der Straße „Am Feldrain“ sind notwendig und eine Reduzierung der Gesamtbebauung auf dem Sürther Feld.

2007 wird bei der Mitgliederversammlung Jürgen Müller wird zum 2. Vorsitzenden gewählt, der langjährige bisherige 2. Vorsitzende Reinhold Bardenheier wurde zum Ehrenmitglied ernannt als Anerkennung seiner intensiven Arbeit für den Verein während der Zeit von 24 Jahren. Zu neuen Vorstandsmitgliedern wurden Ursula Hölz und Günter Haberland berufen. Haberland engagiert sich seitdem als stellvertretender Schatzmeister. Der Verein änderte seinen Namen:
Die Vereinigung führt den Namen «Bürgervereinigung Rodenkirchen e.V.»

2009 bezweifelte der Vorsitzende, dass der Neubau des Rathauses 2013 bezogen werden könne. Immerhin hatte die Bürgervereinigung erreicht, dass der Standort an der Hauptstr. gesichert war.

2010 wurde Barbara Brunotte im Vorstand als Schriftführerin aktiv.

2010 erkannten die Bürgervereine Zollstock, Bayenthal-Marienburg und Rodenkirchen, dass das Thema Verkehrskollaps im Kölner Süden dringender Handlungen und Entscheidungen bedarf. Daraufhin wurden gemeinsam Unterschriften für einen Einwohnerantrag gesammelt und 2011  dem Rat der Stadt Köln über 4500 Unterschriften für die Troglösung an der Querungsstelle der neuen Stadtbahn überreicht.

2012 waren die wichtigsten Themen und Forderungen: Der Neubau der Ernst-Moritz-Arndt-Schule im Sürther Feld muss zügig erfolgen, denn die heutigen Kita-Kinder brauchen in drei Jahren ausreichende Grundschulplätze in Wohnnähe. Gefordert wird auch die Umsetzung des Verkehrskonzeptes in Rodenkirchen mit dem Bau des Kreisverkehrs im Zentrum, abgelehnt wird grundsätzlich das in Vorbereitung befindliche Parkraumkonzept. Erfreulich ist der Bau einer Tragplatte für die Querung der neuen Nord-Süd-Bahn an der Rheinuferstraße, die den Bau eines Troges ermöglicht. Auch das ist eine Wirkung der Arbeit der Bürgervereinigung.

2013 wurde die IG Kölner Süden wieder aktiviert und dort sind alle Bürger- und Dorfgemeinschaften im Stadtbezirk Rodenkirchen aktiv vertreten. Der Politik wurde der absehbaren Verkehrsprobleme eine Liste von Forderungen überreicht. Die Hauptforderungen lauten:

  • Vermeidung von Verkehrsengpässen und Ausbau der Hauptverkehrswege
  • Ausbau ÖPNV und Verlängerung der Nord-Süd-Stadtbahn Richtung Rondorf und Meschenich
  • Ausbau von Fahrradwegen
  • Keinen Ausweichverkehr in Wohnviertel zulassen!

Die Gespräche mit Politik und Verwaltung laufen noch weiter und das Thema Verkehr bleibt in den kommenden Jahren ein sehr wichtiges Thema.

2014 wurde mit einem Fest das 50-jährige Jubiläum auf dem Platz vor dem Bezirksrathaus mit Unterstützung der Privatbrauerei Früh und der KVB gefeiert.

2015 wurde das Thema Unterbringung von Flüchtlingen auch für Rodenkirchen aktuell und so bilden inzwischen viele Vereine, Schulen, Einrichtungen im Rheinbogen ein aktives Netzwerk, um für diese Menschen Unterstützung zu bieten. Daran beteiligt sich auch die Bürgervereinigung.

Es gibt noch viele weitere Themen, die den Verein beschäftigt haben. Er hat in den über 50 Jahren erfolgreiche Arbeit geleistet im Sinne der Gründer des Bürgervereins der Gemeinde Rodenkirchen und viele Mitglieder gewonnen. 2004 lag der Stand bei 225 Mitgliedern, 2008 waren es bereits 324, 2012 schon 435 Mitglieder und heute sind es 528 Mitglieder, darunter viele Vereine.

Der Vorstand im Jahre 2016:

1. Vorsitzender Maretzky, Dieter
2. Vorsitzender Müller, Jürgen
Schatzmeister Hienzsch, Hanspeter
Stellvertr. Schatzmeister

Stellvertr. Schatzmeisterin in Einarbeitung

Haberland, Günter

Silvia Behrendt

Presse, Schriftführerin Polgar-Stüwe, Beatrix
Geschäftsführerin Hölz, Ursula
Beisitzerin

 

Brunotte, Barbara

2015 neu hinzugekommen sind im Vorstand Silvia Behrendt, Schriftführerin und Beatrix Polgar-Stüwe, Beisitzerin (kooptiert) für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Mitgliederbrief 1974
Mitgliederbrief 1980